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Bald auch Asylbewerber-Aufnahme in Friedland

Grenzdurchgangslager Friedland Bald auch Asylbewerber-Aufnahme in Friedland

Im Grenzdurchgangslager Friedland sollen künftig auch Asylbewerber aufgenommen werden. Das kündigte Niedersachsens Innenminister Uwe Schünemann (CDU) an. Das Aufnahmelager in Oldenburg soll deshalb Mitte nächsten Jahres geschlossen werden.

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Abschied: Innenminister Uwe Schünemann traf sich vor ihrer Abreise mit Flüchtlingen aus dem Irak.

Quelle: Pförtner

Da die Erstaufnahme von Asylbewerbern Bundesangelegenheit ist, müsse der Plan noch in diesem Monat mit dem Bundesamt für Migration abgestimmt werden.

Bisher werden in der Bundesrepublik jährlich zwischen 30 000 und 35 000 Asylbewerber registriert. Rund ein Zehntel werden an das Land Niedersachsen verteilt. Bisher werden diese in den zentralen Anlaufstellen (Zast) in Oldenburg und Braunschweig aufgenommen. Voraussichtlich ab 1. Januar 2012, so Schünemann, könne das in Friedland geschehen. Die Gebäude in Oldenburg seien nur angemietet. Auf Beschluss der Landesregierung werde diese Zast aufgegeben.

Zwischen drei Wochen und mehreren Monaten dauere üblicherweise die Erstaufnahme von Asylbewerbern. Für das Integrationszentrum Friedland bedeute dies eine gute Auslastung bei weiter zurückgehenden Zugangszahlen an Spätaussiedlern. Für 2010 rechnet man mit nur noch 2500 Aussiedlern und jüdischen Migranten. Entlassungen beim Personal könnten so vermieden werden. Im Gegenteil werde mit dem Zugang spezialisierter Kräfte aus bisherigen Zast-Einrichtungen gerechnet.

Landrat Reinhard Schermann (CDU) und Bürgermeister Andreas Friedrichs (SPD) begrüßten die Entscheidung. „Wenn es irgendwo gute Voraussetzungen gibt, dann in Friedland“, sagte Schermann. Die Entscheidung sichere Arbeitsplätze. Friedland habe sich schon immer durch seine Aufnahmebereitschaft ausgezeichnet. Das zeige, „dass bundesweit anerkannt wird, welche große Integrationsbereitschaft in Friedland herrscht“, ergänzte Friedrichs. Das habe sich in der Vergangenheit bei der Aufnahme von Vietnamesen, Chilenen, Albanern oder zuletzt irakischer Christen gezeigt. Vertreter aller Ratsfraktionen hätten den Plan begrüßt. Auch der Leiter des Grenzdurchgangslagers, Heinrich Hörnschemeyer, meint, das Lager sei andernfalls bei stetig zurückgehenden Aussiedlerzahlen nicht mehr wirtschaftlich zu führen.
Die letzten 21 von 2500 in Deutschland aufgenommenen Irakern waren gestern vom Innenminister verabschiedet worden. Genau waren es 2501, denn ein Baby war während des dreimonatigen Integrationskurses in Friedland geboren. In Dankesansprachen und durch ein von Kindern hochgehaltenes Plakat („Wir danken Ihnen für Ihre Gastfreundlichkeit“) revanchierten sich die Iraker für die Aufnahme und das Engagement der Lehrer in den Integrationskursen. Ausgestattet mit Grundkenntnissen durch die Sprachkurse in Friedland wurden die seit Sommer 2009 aufgenommenen Iraker in die Bundesländer Niedersachsen, Sachsen und Mecklenburg-Vorpommern verteilt.

Eine der Frauen bat den Minister inständig, sich für Familienzusammenführung einzusetzen. Ihr Mann habe nicht mitreisen können, er war im Irak entführt worden. Jetzt sei er gefunden, sei schwer krank und wolle nach Deutschland nachkommen.

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