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Bald kein freies Internet für Flüchtlinge in Friedland mehr?

Neue Räume gesucht Bald kein freies Internet für Flüchtlinge in Friedland mehr?

Der Bedarf ist da, die Räume dafür bald nicht mehr. Seit einem Jahr bieten knapp 30 Göttinger Studenten mit der Hilfe zahlreicher Spender den Flüchtlingen im Grenzdurchgangslager Friedland das Beratungs- und Aktionszentrum (BAZ) an.

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Andrang von Flüchtlingen aus dem Lager an den zehn Computern des BAZ in Friedland.

Quelle: Pförtner

Friedland. Neben Hilfe in verschiedenen Lebenslagen, kostenlosen Deutschkursen oder juristischer Beratung im Zusammenhang mit Asylanträgen genießen die Flüchtlinge im BAZ freies Internet. An zehn Rechnern können sie viermal in der Woche von 11 bis 16 Uhr frei mailen oder via Skype oder Facebook mit Angehörigen in der Heimat chatten. Doch damit ist es nach dem 30. September wohl vorbei. Die Räume in der Heimkehrerstraße wurden gekündigt.

Das tue ihm leid, sagt Vermieter Rainer Nothdurft, aber zum Schutz seiner anderen Mieter sei ihm keine Wahl geblieben. Der Grund für die Kündigung ist ausgerechnet das freie Wlan, das die Studenten den Flüchtlingen bieten. Zu den Öffnungszeiten, oft auch, wenn das Wlan nicht blockiert ist, Tag und Nacht, nutzten zahlreiche Bewohner des Lagers den Internet-Zugang. Trauben von Menschen hätten teils sogar nachts rund um das Wohnhaus via Internet laut telefoniert oder gechattet. Nachbarn und Bewohner hätten sich vielfach darüber beschwert.

Nun also die Kündigung. Darüber hat gerade Lennart Rühling, Gymnasiast des Otto-Hahn-Gymnasiums, den Rat der Gemeinde Friedland informiert und gebeten, die Politiker mögen sich mit dafür einsetzen, Ersatzräume zu finden. Leere Räume - etwa den früheren Einzelhandelsladen oder die Post - gebe es ja. Rühling möchte auch durch eine Spendenaktion mithelfen, dass es nach dem Umzug weitergeht. Denn nicht nur das Internet und die kostenlosen Sprachkurse im BAZ sind beliebt, berichtet der 17-Jährige. Auch Aktionen wie Singkreis, Kerzenziehen oder eine Fahrradwerkstatt finden Zulauf unter den Flüchtlingen. Für Frauen gibt es sogar eigene Deutschkurse oder Internet-Stunden.

Bewusst setzten die Initiatoren dabei auf Räume außerhalb des Lagers, um dem sozialen Treffpunkt den Charakter der Behörde zu nehmen. Die studentischen Helfer seien ohnehin alle ehrenamtlich tätig. Schön wäre es, so Rühling, wenn sich rund 100 Quadratmeter Raum mit Toilette oder gar mit einer Werkstatt zu mieten fänden. Denn auch der Fahrradverleih mit gespendeten und von Flüchtlingen aufgearbeiteten Rädern erfreue sich großer Beliebtheit.

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