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Bange Blicke auf Talsperre und Weserpegel

Hoffen auf niederschlagsfreie Tage Bange Blicke auf Talsperre und Weserpegel

Die Furcht vor einer neuen, noch höheren Hochwasserwelle bestimmt weiter die Lage in Hann. Münden.

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Blicken auf die Fluten der Werra in Münden: Güntzler, Burhenne, Sander und Schminke (von links).

Quelle: Hinzmann

Gestern ließ sich der niedersächsische Umweltminister Hans-Heinrich Sander (FDP) in der Drei-Flüsse-Stadt von Mündens Bürgermeister Klaus Burhenne (CDU) und vom Krisenstab der Stadt informieren. Außerdem besichtigte der Minister Wasserbarrieren und andere Maßnahmen in der Innenstadt.

Gestern nachmittag betrug der Pegelstand der Weser 5,30 Meter, Tendenz steigend. Burhenne rechnet mit einem maximalen Pegel von 6,20 Meter, hofft aber, dass es jetzt erst einmal nicht mehr regnet. Unter Umständen müssten die bereits errichteten Schutzwälle verstärkt werden. Bis zu einem gewissen Grad müssten die Stadt und ihre Bürger allerdings mit Hochwasserereignissen leben: „Wenn wir den Flüssen die Überflutungsräume nehmen, bekommen wir an anderen Stellen Probleme.“

Sander sprach sich dafür aus, den Hochwasserschutz, der allerdings jetzt schon sehr gut sei, weiter zu verbessern. In die Überlegungen solle auch die Anschaffung von Wasserschutzwänden einbezogen werden. Der Minister wurde begleitet von Politikern aus der Region – Landrat Reinhard Schermann, Landtagsmitglied Fritz Güntzler (beide CDU) und dem SPD-Landtagsabgeordneten Ronald Schminke, der auf einige Einzelprobleme hinwies. So sei unter anderem die Aral-Tankstelle an der Hedemündener Straße gefährdet. Die Tanks könnten bei extremem Hochwasser aufschwimmen. Unterdessen läuft die Edertalsperre, die den Wasserstand der Fulda und damit auch der Weser reguliert, weiter voll. Gestern liefen 232 Kubikmeter pro Sekunde in das Sperrbecken, abgelassen wurden ab 10.30 Uhr nur 40 Kubikmeter. Allerdings rechnet das Wasser- und Schifffahrtsamt Münden nicht mehr damit, dass die Sperre am Sonntag überläuft und eine Pegelregulierung flussabwärts dann nicht mehr möglich ist. Die Talsperre werde nun zur Pufferung der ankommenden Welle genutzt: „Nach heutiger Einschätzung wird das Volumen der Edertalsperre ausreichend sein, die Welle ohne Überlauf zu fassen.“ Die Maßnahmen sollten ausreichend sein, den Weserpegel bei Münden in den nächsten Tagen bei 5,60 Meter zu halten, um möglichst viel Wasser abzuführen, ohne größere Überflutungsschäden zuzulassen.

Sollte die Edertalsperre dennoch überlaufen und die Regulierungsfunktion ausfallen, habe Münden ein sehr ernstes Problem, erklärte Burhenne: „Das darf nicht passieren.“ Für den Bürgermeister und den städtischen Krisenstab bedeuten die Wassermassen der Werra die größere Gefahr. Entschärft werden könnte die Lage durch das Wetter: Die Niederschlagsfelder ziehen ab, heute und morgen soll es weitgehend trocken sein. Das THW hatte bereits am Mittwochabend die Flutbarrieren am nördlichen Rand der Altstadt verstärkt. Wegen Überflutungsgefahr blieb zudem die Mündener Agentur für Arbeit am Freitag geschlossen. Die Mitarbeiter verlagerten alle gefährdeten Computer, Drucker und anderes Büromaterial in sichere Bereiche. Der Pegel der Leine in Göttingen hielt sich gestern stabil bei knapp 1,50 Meter – deutlich zuviel, um den Sandweg wieder für den Verkehr freizugeben.

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Von Redakteur Neue, noch höhere Hochwasserwelle befürchtet

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