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Bangen um Angehörige im Katastrophengebiet

Mahnwache für Atomausstieg Bangen um Angehörige im Katastrophengebiet

Angesichts der Katastrophe in Japan bangen auch Göttinger um Angehörige oder Kollegen. Am Montag veranstalteten Kernkraftkritiker erneut eine Demonstration und Mahnwache vor dem Alten Rathaus.

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Sorge vor atomarer Katastrophe in Japan: Mahnwache am Montag vor dem Gänseliesel mit mehreren 100 Teilnehmern.

Quelle: Hinzmann

Die Grünen forderten unterdessen, alle wirtschaftlichen Beziehungen der Stadt mit dem Energie-Konzern Eon, der auch Atomkraftwerke betreibt, zu lösen. Noch ist das ganze Ausmaß der Schäden nicht klar. Die Polizei in Japan sprach am Montag von 5000 Toten und identifizierten Vermissten. Am vierten Tag nach dem Megabeben mit der Stärke 9,0 schwindet die Hoffnung, noch Überlebende zu finden. Die Probleme mit den beschädigten Kernkraftwerken sind offenbar noch nicht im Griff.

Die Göttingerin Fukumi Fujiwara, Lehrerin an der Sprachschule Lotus in der Groner Straße, bekam erst am Sonntag Kontakt zu ihren Verwandten in der besonders betroffenen Provinz Miyagi. Eine Tante lebt in der Stadt Sendai, schwer getroffen von Erdbeben und Tsunami. Ihnen gehe es gut, sagte Fujiwara. Es gebe aber keinen Strom und kein Gas. Sie und ihr Mann László Hankó informieren sich über das japanische Fernsehen im Internet. „Wir müssen dafür beten, dass nichts schlimmeres passiert“, so Hankó.

Zur Partnerhochschule Tohoku in Sendai konnte die Göttinger Uni seit Freitag keinen Kontakt herstellen. Vier Göttinger studieren in Japan, darunter einer in Sendai, der kurz vor dem Erdbeben zurückkehrte. Er hatte jedoch nach dem Beben Telefonkontakt und berichtet, dass die Innenstadt halbwegs verschont geblieben sei, Uni-Gebäude jedoch beschädigt wurden. Es gebe keinen Strom, kein Wasser und in einigen Bereichen seien alle Gerätschaften zerstört. Das Gebäude der Biologischen Fakultät sei komplett zerstört, das Gebäude der Chemie zu großen Teilen. Mit den Partnern will die Uni über Hilfe beraten.

Den Mitarbeitern der japanischen Tochterfirma von Mahr gehe es gut, sagte Geschäftführer Stephan Gais. Am Standort südlich von Tokyo hätten auch die Wände gewackelt. Die Mitarbeiter seien jetzt zu Hause, „sie wissen aber auch nicht mehr als wir hier“. Bei der Sartorius-Tochter in Tokyo sei alles in Ordnung, sagte eine Firmen-Sprecherin. Die erste Nacht hätten Mitarbeiter im Büro übernachtet. Mittlerweile werde Strom rationiert. „Von Panik ist aber nichts zu spüren.“

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