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Völkerverständigung mit Barbara

Barbara-Stadtführung in Göttingen Völkerverständigung mit Barbara

Dass die Suche nach den Spuren der Sängerin Barbara in Göttingen ein ungebrochen wichtiges Thema berührt, hat Helga Rebischke auf ihrer Stadtführung klargemacht. Denn Barbara und vor allem ihr Lied „Göttingen“ sind starke Botschafter für die Völkerverständigung.

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Gute zweieinhalb Stunden dauerte die Führung, die über verschiedene Stationen zum Kino Lumiere führte.

Quelle: HW

Göttingen. Gute zweieinhalb Stunden dauerte die Führung, die über verschiedene Stationen zum Kino Lumiere, das frühere Junge Theater, und anschließend zur Stadthalle führte. Beide Orte sind eng mit Barbara verbunden, die nur zweimal nach Göttingen kam: 1964 ins damalige Junge Theater, 1967, da bereits als Weltstar, in die Stadthalle.

Als 1930 in Paris geborene Jüdin hatte Monique Serf, wie Barbara mit bürgerlichem Namen  hieß, die Verfolgung durch die Nationalsozialisten miterlebt. Als Hans-Gunter Klein, Intendant des Jungen Theaters, sie zu einem Gastspiel nach Göttingen holen wollte, lehnte sie zunächst ab. Warum sie dann doch kam, ist nicht überliefert. „Das Junge Theater war damals ein Avantgarde-Theater, sehr lustig waren die Wagner-Persiflagen, da haben wir lachend auf den Stühlen gelegen“, erinnert sich Rebischke, die in den 60er Jahren selbst in Göttingen studierte.

Aber als Barbara dann dort auf der Bühne stand, weigerte sie sich aufzutreten, weil es den zugesagten Flügel nicht gab. Einen solchen besaß jedoch eine alte Dame aus einem Nachbarhaus, die sich auch überreden ließ, ihn auszuborgen. Mit anderthalb Stunden Verzögerung begann das Konzert. Der Rest ist, wie man so schön sagt, Geschichte. Barbara sang ihre Chansons, das Publikum war über die Maßen begeistert und zeigte ihr später noch die Stadt, erzählt Rebischke.

Die ihr entgegengebrachte Herzlichkeit brachte Barbara zum Nachdenken über ihre eigenen Vorurteile. Im Garten des Jungen Theaters entwarf sie die erste Göttingen-Version und improvisierte sie abends auf der Bühne. Es entstand eine „Liebeserklärung nicht nur an die Stadt, sondern auch an die Menschen“, sagt Rebischke. Immer wieder spielte sie auf der Führung auch Barbara-Stücke aus dem Bluetooth-Lautsprecher.

Das Lied Göttingen avancierte zu einem Botschafter der anderen Art für die Stadt: Barbara soll das Lied zum Ende fast aller ihrer Konzerte weltweit gespielt haben, in Frankreich gehört es zum nationalen Kulturgut.

„Natürlich kannte ich das Lied vorher schon“, sagt Yves Gerault. Der Franzose kam 1986 nach Göttingen. „Und wenn ich in Frankreich gefragt werde, wo ich wohne, dann sage ich immer: in Göttingen, wie in dem Lied.“ Auch die beiden einzigen jungen Teilnehmer der Führung, kannten das Lied: „Woher, kann ich gar nicht sagen“, meint Janis Bauer. Anders Isabel Pagalies. „Als ich meine Studienzusage für Göttingen bekommen habe, habe ich das Lied angemacht und ständig gehört.“

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