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Gewos-Gutachten ist Thema im Bauausschuss

"Renaissance des urbanen Lebens" Gewos-Gutachten ist Thema im Bauausschuss

Mit der aktualisierten Fassung der Wohnbauflächen-Bedarfsprognose durch das Gewos-Institut hat sich der Bauausschuss des Rates in seiner jüngsten Sitzung beschäftigt. Danach fehlen bis 2030 in Göttingen mehr als 4800 Wohnungen - rund 900 mehr als noch in ersten Prognose von 2013 angenommen.

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Quelle: Hinzmann

Göttingen. "Die Zahlen sind komplett anders als noch 2011", sagte Renate Szameitat, vom Gewos-Institut aus Hamburg. Aus der vorgelegten Prognose geht hervor, dass die Einwohnerzahl von Göttingen zwischen 2010 und 2015 um 5000 auf 132 900 gestiegen ist. Zuzüge aus dem Umland und der "konstant" hohe Zuzug aus dem Ausland seien die Gründe dafür. Hierfür sei vor allem die Anziehungskraft der Hochschullandschaft Göttingens ausschlaggebend. Angesichts der Zuzüge aus dem Umland sprach Szameitat von einer "Renaissance des urbanen Lebens".

"Wohnungsneubau ist jetzt nötig"

Auch wenn die Prognose den Wohnungsbedarf bis 2030 ermittelt hat, riet Szameitat Politik und Verwaltung, schnell zu handeln: "Wohnungsneubau ist jetzt nötig." Den größten Bedarf nach neuen Wohnungen gebe es bis 2020. Stadtbaurat Thomas Dienberg pflichtete bei und mahnte "kurzfristiges Handeln" an. Wie Szameitat sprach er sich für eine gute Bauqualität aus. "Wir müssen hier qualitative Forderungen stellen", sagte er.

Binkenstein: "Verdichtet bauen"

Silvia Binkenstein (SPD) sprach dafür aus, auf dem zur Verfügung stehenden Bauland "verdichtet zu bauen". Das raten auch die Gutachter. So sei es unumgänglich, zusätzliche Flächen für Wohnbebauung auszuweisen. Diese Flächen könnten dichter mit geringfügig verkleinerten Wohnungsgrößen bebaut werden. Weiter sei eine "moderate Innenentwicklung und Nachverdichtung im Bestand" auf weiteren geeigneten Flächen möglich.

Humke: "Zu lange nichts für den sozialen Wohnungsbau getan"

Patrick Humke (Antifaschistische Linke Göttingen) kritisierte, dass in Göttingen "zu lange nichts für den sozialen Wohnungsbau" getan wurde. Derzeit gibt es nach Angaben der Verwaltung in Göttingen noch 2500 öffentlich geförderte Wohnungen. Davon würden aber in den nächsten Jahren rund 1400 Sozialwohnungen wegen auslaufender Bindungen wegfallen. Ohne ein Gegensteuern würde sich die Zahl preisgünstiger Wohnungen "deutlich verringern", so das Gewos-Gutachten. Aber vor allem im  Bereich der günstigen Wohnungen bestehe aber "großer Nachfrage-Überhang".

Nach einer "oberen Prognosevariante" des Gutachtens, an der sich die Verwaltung orientiert, ergibt sich bis 2030 ein Entwicklungsbedarf von zusätzlich 4820 "Wohneinheiten (WE)", davon 3460 im Geschosswohnungsbau  sowie 1360 für Ein- und Zweifamilienhäuser. Gegenüber der Studie von 2013 ist der Bedarf um etwa 900 Wohneinheiten gestiegen. Gängige Wohnungsgrößen und Dichtewerte zugrunde gelegt, ergäbe sich ein Flächenbedarf von mehr als 122 Hektar - knapp 68 für Einfamilien-, und rund 55 für Mehrfamilienhäuser.

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