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„Keine Feldversuche mit den Mittelzentren“

Möbelmarkt-Entscheidung verschoben „Keine Feldversuche mit den Mittelzentren“

Entscheidung vertagt: Der Bauausschuss des Rates hat am Donnerstagabend nicht über eine Änderung des Einzelhandelskonzeptes (EHK) entschieden. Diese Änderung ist für die Ansiedlung von zwei Möbelmärkten an der A 7 notwendig. Die Grünen hatten dazu Beratungsbedarf angemeldet.

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Fotomontage: Möbelhäuser XXXL und Poco Domäne an der A7-Abfahrt Göttingen

Quelle: pr./Archiv

Göttingen. Horst Roth (Grüne) begründete den Beratungsbedarf mit einer Stellungnahme des Landkreises Göttingen zu den geplanten Ansiedlungen, in der die Erste Kreisrätin Christel Wemheuer (Grüne) zum Schutz des Mittelzentren im Kreis eine Verkleinerung der geplanten Märkte forderte. Diese Stellungnahme liegt zwar der Stadtverwaltung vor, nicht aber den Ratsfraktionen. Bevor die Politik entscheide, müssten aber alle Fakten auf den Tisch, sagte Roth. Stadtbaurat Thomas Dienberg bescheinigte der Stellungnahme des Landkreises, keine neuen Argumente zu bringen. Zudem beziehe sie sich auf die Änderung des Flächennutzungsplanes und nicht auf die Änderung des städtischen EHK. Fragen zur Bauleitplanung sollten, so Dienberg, später diskutiert werden.

Hintergrund der Diskussion ist der Plan, zwei Möbelmärkte (XXXL und Poco) mit zusammen rund 33 000 Quadratmetern Verkaufsfläche westlich der Autobahn anzusiedeln. Dazu soll das bestehende EHK dahingehend ergänzt werden, dass die Flächen, auf der auch sogenannte zentrumsrelevante Waren angeboten werden dürfen, speziell an diesem Standort auf 3300 Quadratmeter aufgestockt werden. Die SPD hat dazu am Donnerstag in einem Änderungsantrag eine maximale Größe von 1950 Quadratmetern - 1350 für XXXL und 600 für Poco - vorgeschlagen. Bisher ist diese Fläche pro Einzelhandelsbetrieb auf zehn Prozent seiner gesamten Verkaufsfläche, bis maximal 800 Quadratmeter, begrenzt. Zu den zentrumsrelevanten Waren gehören etwa Elektrogeräte, Haushaltswaren, Einrichtungsartikel, Stoffe und Wäsche.

Christian Henze (SPD) führte das von der Verwaltung in Auftrag gegebene GMA-Gutachten zur Ansiedlung an. Danach seien für den Standort auch 3300 Quadratmeter für zentrumsrelevante Waren möglich gewesen. Vorwürfe, die SPD und Verwaltung hofiere den Investor, wies er von sich. Schließlich habe die SPD eine Reduzierung der Flächen vorgeschlagen.

Die CDU hat sich am Donnerstag prinzipiell für die neuen Möbelmärkte ausgesprochen. Nach Angaben von Hans Otto Arnold (CDU) habe sich die Mehrheit der Fraktion aber gegen eine Änderung des EHK ausgesprochen.

Uslars Bürgermeister Torsten Bauer (CDU) appellierte am Donnerstag an die Mitglieder des Bauausschusses durch die Ansiedlung der Märkte, „keine Feldversuche mit den Mittelzentren“ zu unternehmen. Und der Duderstädter Ratsherr und Kreistagsmitglied Lothar Dinges (Wählergemeinschaft Duderstädter Bürger) fürchtet, dass durch das Angebot der neuen Göttinger Möbelmärtkte die Qualität der Innenstädte leiden werde. Das GMA-Gutachten prognostiziert durch die beiden Märkte eine Umsatzverteilung im Einzelhandel in Göttingen und in der Region.

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