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Baustellen sorgen für Verkehrsbehinderungen

Umleitungsdschungel Baustellen sorgen für Verkehrsbehinderungen

Zwei große Straßenbauprojekte bringen den Verkehr im Nordosten der Stadt gehörig durcheinander. Sowohl der 2,9 Millionen Euro Ausbau der Bundesstraße 27 zwischen dem Weender Krankenhaus und der Kreuzung Hoffmannshof sowie die 2,5 Millionen Euro teure Sanierung des Düstere-Eichen-Weges behindern die gewohnten Fahrtrouten.

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Dichter Verkehr am Berg: Der Verkehr der B 27 wird über den Fassberg und Otto-Hahn-Straße umgeleitet.

Quelle: Hinzmann

Auf den ausgewiesenen Umleitungsstrecken und den zahlreichen Schleichwegen brauchen die Autofahrer viel Geduld.

„Ganz schlimm. Morgens zur Stoßzeit staut sich der Verkehr bis in den Ort bis zum Hotel Beckmann“, schildert Jörg Rudolph, CDU-Ortsbürgermeister von Nikolausberg. Grund ist eine neue Ampel, die am Abzweig der Otto-Hahn-Straße von der Straße Am Fassberg den Verkehr regelt. Über diese Straßen wird seit etwas mehr als einer Woche der stadteinwärts fahrende Verkehr der B 27 umgeleitet. Während die Nikolausberger morgens Probleme haben, in die Stadt zu kommen, staut sich auch auf der Gegenfahrbahn der Verkehr. Schwere Lkw haben Probleme, zügig am Berg anzufahren. Hinzu kommt eine knapp bemessene Grünphase für die Linksabbieger und eine lange Rotphase. Bis zur Griesebachstraße und darüber hinaus steht die Blechlawine.

Auch der Verkehr in der Zimmermannstraße wird durch den Ausbau der B 27 stark beeinträchtigt. Besucher und Angestellte, die etwa das Gelände des Weender Krankenhauses verlassen wollen, werden über die Zimmermannstraße umgeleitet. Auch hier, so berichten Anwohner, staue sich der Verkehr zu Stoßzeiten bis über die Straße Am Papenberg zurück. Zudem kann der Autoverkehr auch nicht durch die Straße Am Papenberg fahren.

„Dass der Verkehr aus der Zimmermannstraße oder von der Klinikum-Ostseite nur noch über die Robert-Koch-Straße abfließen kann, lässt sich nicht ändern“, sagt Stadtsprecher Detlef Johannson. Mit Mühe und Not habe die Stadt die Zusage der Baufirma erhalten, dass „zumindest der Fußgänger- und Radverkehr vom Am Papenberg über die B 27 auf den Verbindungsweg ins Uni-Gelände gelangen kann“.

Der Vorschlag von Anwohnern der Zimmermannstraße, die Straße zum Klausberg hin zu öffnen sei nicht zu verantworten. „Die Ausfahrt ist sehr unübersichtlich, sie führt zudem auf eine durch den Umleitungsverkehr inzwischen sehr viel stärker befahrene Straße. Zum anderen handelt es sich um eine Verbindung mit dem Charakter eines Fußweges“, sagt Johannson. Der Zustand des Weges lasse eine derartige Belastung nach Einschätzung der Verwaltung nicht zu.

Sprecher von Weender Krankenhaus und Uni-Klinikum, Stefan Rampfel und Bettina Bulle, berichten übereinstimmend, dass es in der Zimmermannstraße zu Stoßzeiten zu „erheblichen Behinderungen“ kommt. Im Großen und Ganzen laufe aber alles reibungslos. Nur die Ampelschaltung an der Kreuzung Zimmermannstraße / Robert-Koch-Straße wird von beiden kritisiert. Die Grünphase für den Verkehr in Zimmermannstraße ist mit 15 Sekunden knapp bemessen. Nur drei, maximal vier Autos können dabei abbiegen.

Theoretisch sei eine längere Grünphase möglich, sagt Johannson: „Mehr Grün in der Zimmermannstraße kann aber nur zu Lasten der Hauptverkehrsachse Robert-Koch-Straße gehen. Hier liegt jedoch ein großer Teil des stadteinwärts fließenden Umleitungsverkehrs der Baustelle B 27. Die Robert-Koch-Straße ist zudem Hauptverbindungsroute für den Radverkehr zwischen Stadt und Uni-Nord. Aus diesen Gründen ist die veränderte Schaltung lediglich eine theoretische Überlegung.“

Trotz aller Umleitungen, Staus und Engpässe: Beschwerden habe es bisher nicht gegeben, sagt Udo Othmer, Leiter der niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr in Bad Gandersheim, die für den B-27-Ausbau verantwortlich ist. Für die Stadt räumt Johannson indes ein: „Wie bei jeder neuen Großbaustelle registrieren wir zu Beginn Anlaufschwierigkeiten im Straßenverkehr.“ Die Verkehrsteilnehmer benötigten einen gewissen Zeitraum, um sich an die neue Situation zu gewöhnen. Natürlich laufe nicht immer alles „rund“. „Natürlich suchen wir nach Lösungen, wenn Probleme bekannt werden, meistens finden wir auch welche. Wir wissen aber auch aus Erfahrung: Manches Problem löst sich nach einer Anlaufzeit oft von selbst.“ So gilt dann wohl bis auf Weiteres die Beobachtung des Nikolausbergers Rudolph: „Es läuft. Aber es bedarf noch einiger Feinjustierung.“

Wer derzeit als Autofahrer von der B 27 kommend den Weg Richtung Innenstadt ab Hoffmannshof über das Luttertal und Nikolausberger Weg sucht, landet auch hier in einer Baustelle. Der Düstere-Eichen-Weg zwischen Ewaldstraße und Brüder-Grimm-Allee ist gesperrt. Auch hier wird der Verkehr umgeleitet. Als offizielle Umleitungsstrecke hat die Stadt die Brüder-Grimm-Allee und Ewaldstraße ausgegeben. Hier und in anderen Straßen der näheren Umgebung, etwa Hanssenstraße oder Waldweg, quält sich zu den Stoßzeiten der Verkehr. Dann treffen in den ohnehin engen Straßen im unteren Ostviertel die 15 000 Fahrzeuge, die täglich den Düsteren-Eichen-Weg nutzen, auf den normalen Anwohnerverkehr und Radverkehr, der die Uni ansteuert.

Vor allem die Situation im Kreuzungsbereich Kreuzbergring / Nikolausberger Weg /Ewaldstraße / Düstere-Eichen-Weg birgt Gefahren: So berichtet etwa Tageblattleser Ludger Gaillard, wie er am Freitagmorgen auf dem Fahrrad aus Richtung Klausberg / Nonnenstieg kommend im Baustellenbereich „um ein Haar“ von einem Auto erfasst wurde. Der Wagen habe die Baustelle aus Richtung Kreuzbergring oder Nikolausberg kommend umfahren, „indem er vom Nikolausberger Weg aus unmittelbar links abbog – und mich übersah. Nur durch ein gefährliches Ausweichmanöver auf die linke Fahrbahn kam ich unverletzt davon. Der Fahrer fuhr unerkannt weiter“, berichtet Gaillard.

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