Volltextsuche über das Angebot:

22 ° / 8 ° wolkig

Navigation:
Bedenken beim Hochwasserschutz

SPD-Ortsvereine fordern Druck auf die Stadt Bedenken beim Hochwasserschutz

In der Göttinger SPD sorgt man sich um den Schutz vor Hochwasser im Stadtgebiet. Die Stadtverwaltung warnt hingegen vor immensen Kosten bei flächendeckenden Ausbaumaßnahmen und fordert Grundstücks- und Hausbesitzer auf, Hochwassergefahren zu bedenken.

Voriger Artikel
Mehr Service im Info-Turm
Nächster Artikel
Sinnlicher Besuch

Hochwasser in Göttingen 1909.

Quelle: r

Göttingen. Die Hochwasser im oberen Leinetal 2015 und die jüngsten Überflutungen in anderen Teilen Deutschlands deuteten darauf hin, erklären Klaus Wettig für den SPD-Ortsverein Göttingen-Ost und Janek Freyjer für den Ortsverein Geismar, „dass bei den wiederholt auf getretenen Starkregen die bisherigen Schutzmaßnahmen nicht ausreichen, von den plötzlichen Wassermengen geradezu weggeschwemmt werden“. Zwar hätten die Bewaldung des Hainbergs und die Anlage von Rückhaltebecken vor mehr als 100 Jahren und das Hochwasserbeckens der Leine die Hochwassergefahr für die Göttinger Innenstadt die Hochwassergefahr „beträchtlich“ vermindert, aber: „Es bestehen Zweifel, ob dieser Schutz ausreicht.“

Für Göttingen „besteht die Gefahr in den talführenden Straßen des Ostviertels und Geismars sowie im Luttertal. In den tiefer gelegenen Teilen der Innenstadt könnte wie vor über 100 Jahren das Hochwasser bedeutende Schäden anrichten.“ 1909 waren größere Teile der Innenstadt überschwemmt worden. Wettig und Freyjer fordern die Fraktionen im Stadtrat auf, „dringlich die Verwaltungen auf die Überprüfung des Hochwasserschutzes hinzuweisen“ und „externe Gutachter zu beauftragen“.

"Das Problem sind die lokalen, eng begrenzten Starkregenereignisse"

Die Stadtverwaltung hingegen betont, dass in den vergangenen Jahrzehnten „umfangreiche Ausbaumaßnahmen zum Hochwasserschutz an den Flussläufen der Leine“ umgesetzt wurden. Bei der Planung dafür wurden „Abflüsse zwischen einer dreißig- bis hundertjährigen Eintrittswahrscheinlichkeit“ zugrundegelegt. Zudem gebe es mehrere Rückhaltebecken in den westlichen und östlichen Ortsteilen.

 Problematisch seien nicht großräumige Niederschläge, sondern „die lokalen, eng begrenzten Starkregenereignisse“. Diese Niederschläge könnten von Entwässerungseinrichtungen nicht immer schadlos abgeleitet werden, „da die Bemessung beispielsweise der Regenwasserkanäle lediglich für ein dreijähriges Niederschlagsereignis nach heutigen Regelwerken erfolgt“. Da lokale Starkregenereignisse überall auftreten können, müssten die Entwässerungseinrichtungen überall erweitert werden, „was dann sehr schnell zu einer wirtschaftlichen Unverhältnismäßigkeit führen würde“.

 Die Stadtverwaltung folgt stattdessen der Bund/Länder-Arbeitsgemeinschaft Wasser, die unter anderem eine Bauvorsorge als Teilstrategie des Hochwassermanagements empfiehlt. „Durch eine angepasste Bauweise und Ausrüstung der Gebäude“, so die Stadtverwaltung, „kann Schäden durch Hochwasser und Rückstau vorgebeugt werden“ – sowohl bei Neubauten als auch bei Sanierungen.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Von Redakteur Matthias Heinzel