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Bedrohung im Internet und Prügelei an Schule

Zwölfjähriger verletzt Bedrohung im Internet und Prügelei an Schule

Nach Drohungen im Internet und einer Prügelei zwischen Jugendlichen aus verschiedenen Schulen an der Göttinger Geschwister-Scholl-Gesamtschule (KGS) ermittelt die Polizei. Kinder und Eltern sind besorgt.

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Zurzeit Sperrzone für die KGS-Schüler: der Sparta-Sportplatz hinter dem Schulgelände, an dem auch geprügelt wurde.

Quelle: Hinzmann

Die Situationsbeschreibungen reichen weit: ein Bandenkrieg, gezielte Provokationen seit Monaten, Übergriffe bis in den Klassenraum hinein, Angriffe mit einem Schlagring und ausgeschlagene Zähne. Nach bisherigen Ermittlungen der Polizei und Angaben von Beteiligten gegenüber dem Tageblatt ist folgendes passiert: Offenbar haben ein 14- und ein 15-Jähriger von der Personn-Realschule und Heinrich-Heine-Hauptschule vergangene Woche auf einem Sportplatz hinter der KGS jüngere Kinder beim Fußballspielen mit Steinen beworfen. Ein 14-jähriger KGS-Schüler nahm die Kinder in Schutz. Darauf haben die beiden mutmaßlichen Steinewerfer ihn am Freitag mit Freunden in der Schule gesucht – auch in einem Klassenraum. Am Wochenende schickten sie ihm über Facebook offenbar Drohungen. Am Montag waren die beiden Hauptverdächtigen wieder am Sportplatz. Dort bedrohten und schlugen sie einen 12-Jährigen, der vermutlich zur Fußballtruppe gehört. Folge: ein abgebrochener Zahn und eine geplatzte Lippe.

Die Polizei hat einen der beiden möglichen Täter zur Rede gestellt. Der zweite – der 14-Jährige – sei bisher nicht auffindbar. Weitere Zeugen würden noch gehört. Ermittelt werde wegen des Faustschlages, aber auch wegen verbaler Bedrohung übers Internet. Die KGS habe sich von Beginn an vorbildlich verhalten, ergänzt Polizeisprecherin Jasmin Kaatz. Sie habe schon nach den Steinewürfen die Polizei informiert, seit Freitag die Pausenaufsichten auf dem Schulgelände verstärkt und alle Eltern schriftlich informiert. Das bestätigt Schulleiter Tom Wedrins. Außerdem dürften die Schüler vorerst in Pausen und Freistunden auch nicht mehr auf den abgelegenen Fußballplatz. Der Täter von der Heinrich-Heine-Schule sei dort nach Angaben der Schulleitung bisher nicht als schwierig aufgefallen. Allerdings gibt es dem Tageblatt gegenüber dazu gegensätzliche Aussagen aus dem Schulumfeld. Der mögliche Haupttäter von der Personn-Realschule werde dort seit einiger Zeit als „Sorgenkind“ gesehen, bestätigt die Schulleitung. Er habe mehrfach unbeherrscht reagiert, sei vorübergehend vom Unterricht suspendiert, werde aber mit der Jugendhilfe intensiv betreut. Ihn hätten auch familiäre Probleme aus der Bahn geworfen.

Wie sollen sich Schüler und Eltern bei Bedrohungen und Mobbing über Facebook, E-Mails und Handy verhalten? Und was sollen Kinder und Jugendliche tun, wenn andere körperlich angegriffen werden? Das Tageblatt hat die Jugendbeauftragte der Göttinger Polizei, Margret Reinecke, gefragt.

Bedrohliche Nachrichten dürften nicht toleriert werden. Den Täter sei oft nicht bewusst, dass ihre Nachricht nicht nur Angst machen kann, sondern nach Paragraph 241 im Strafgesetzbuch auch strafbar sein kann. Bedrohte sollten früh intervenieren, um Schlimmeres zu abzuwenden. Das heißt: Nicht direkt antworten. Mit Eltern, Lehrern oder anderen Vertrauenspersonen sprechen. Gemeinsam die Polizei informieren und dazu Beweismaterial wie E-Mails, SMS oder als Screenshot gesicherte Chat-Protokolle sichern.

Wenn Mitschüler – zum Beispiel in der Klasse – körperlich bedroht werden, „ist wegsehen oder weglaufen keine Lösung“. Richtig sei es, sich Mitstreiter zu suchen, Erwachsene zu informieren und die Polizei zu rufen. Dabei Abstand halten, sich selbst nicht in Gefahr bringen, die Täter nicht provozieren aber das Opfer ansprechen: „Komm zu uns, wir helfen dir!“

Eltern sollten Vorfälle wie den aktuellen zum Anlass nehmen, mit ihren Kindern über richtiges Verhalten in solchen Situationen zu sprechen. Berichtet das Kind von einem Vorfall mit anderen Kindern, sollten sie auch dann die Schule und eventuell die Polizei informieren und ihr Kind ermutigen, als Zeuge aufzutreten.
Und wie sollten sich die Schulen verhalten? Die Schule selbst wird bei körperlicher Gewalt über alterstypische Rangeleien hinaus die Polizei informieren, ist Reinecke sicher. Ratsam sei es, den Fall im Unterricht zu thematisieren und alle Eltern gezielt zu informieren.

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