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Befürchteter Anstieg trotz Krise bislang ausgeblieben

Arbeitslosenzahl fast konstant Befürchteter Anstieg trotz Krise bislang ausgeblieben

Die Sozialagentur Northeim, die Arbeitsgemeinschaft aus Arbeitsagentur und Landkreis (Arge), hat 2009 durchschnittlich rund 12 000 Leistungsbezieher betreut. Die Mitglieder sogenannter Bedarfsgemeinschaften setzen sich aus rund 8600 erwerbsfähigen Hilfebedürftigen sowie 3400 Beziehern von Sozialgeld (Kinder unter 15 Jahre, Nichterwerbsfähige) zusammen. Das sind immerhin rund 8,5 Prozent der Landkreisbewohner.

Nach dem durchaus positiv verlaufenen Jahr 2008 sei auch 2009 gut bewältigt worden, erklären die beiden Geschäftsführer, Hans-Jürgen Schuldt und Klaus-Michael Schulze, in ihrer Jahresbilanz. Der erwartete Anstieg bei den Arbeitslosengeld-II-Beziehern sei bisher ausgeblieben. 2010 wird aus Sicht der Arge-Geschäftsführer eine Herausforderung. „Sollte eine schnelle wirtschaftliche Belebung nicht erfolgen, so werden nach Ausschöpfen der vorrangigen Ansprüche in den nächsten Monaten deutlich mehr Hilfebedürftige die Hilfe der Arge in Anspruch nehmen müssen“, befürchtet Schulze. Wenn jeder noch „eine Schippe“ drauflege, werde die Situation mit der inzwischen fünfjährigen Erfahrung aber sicher gemeistert. Wie schon im letzten Jahr wünschen sich die Geschäftsführer neben einer raschen Wirtschaftsbelebung eine zügige und endgültige Entscheidung der Politik über die Zukunft der Argen.

Nach einem Urteil des Bundesverfassungsgerichts muss die Zusammenarbeit von Bund und Ländern spätestens 2010 neu geregelt werden. Eine Verfassungsänderung lehnt die CDU/FDP-Bundesregierung bislang ab. Möglicherweise müssen die Aufgaben von Landkreis und Arbeitsagentur in der Arge also wieder getrennt werden. Ein Arbeitsloser müsste sich dann die Miete von Landkreismitarbeitern bewilligen lassen und das Arbeitslosengeld II von Arbeitsagenturmitarbeitern.

1674 mit Ein-Euro-Job

Die Sozialagentur Northeim betreut seit der Zusammenlegung von Sozial- und Arbeitslosenhilfe 2005 in Northeim, Einbeck, Uslar und Bad Gandersheim mit rund 135 Mitarbeitern die Arbeitslosengeld-II-Bezieher im Landkreis. Die Zahl der Arbeitslosen blieb 2009 mit 3595 zum Jahresende fast konstant. Ein stärkerer Anstieg wurde insbesondere durch die Gewährung von Kurzarbeitergeld verhindert. Im Jahresverlauf befanden sich monatlich fast ein Viertel in diversen Maßnahmen wie Ein-Euro-Jobs. Dies verdeutliche die enormen Anstrengungen, der Arbeitslosigkeit aktiv zu begegnen, so die Sozialagentur. 2009 wurden insgesamt 9665 Personen gefördert, 1879 von ihnen erhielten Leistungen für ihre Qualifizierung. 1674 hatten sogenannte Ein-Euro-Jobs. Für 2962 Personen (Vorjahr 3235) führten die Bemühungen zur Erwerbstätigkeit. Der Rückgang sei logische Konsequenz der Rezession, so Schulze.

2009 zahlte die Arge rund 30,6 Millionen Euro Leistungen aus plus 21 Millionen Euro Unterkunftskosten. Maßnahmen kosteten 8,97 Millionen Euro, die Verwaltungskosten betrugen 8,06 Millionen Euro.

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