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Begegnung von Flüchtlingen und Nachbarn im Beratungs- und Aktionszentrum Friedland

Abschiedsfest Begegnung von Flüchtlingen und Nachbarn im Beratungs- und Aktionszentrum Friedland

Sein Erfolg zeigt seine Notwendigkeit, sein Erfolg ist zugleich zum Problem geworden. Das Beratungs- und Aktionszentrum (BAZ) an der Heimkehrerstraße in Friedland wird schließen - Ende des Monats. Weil so viele Flüchtlinge es aufsuchten, beschwerten sich Nachbarn über die Unruhe. Es gab die Kündigung. Zum Abschied ludt das BAZ Nachbarn und Flüchtlinge noch einmal zu Kaffee und Kuchen ein.

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Begegnung und zugleich Abschiedsfest im Beratungs- und Aktionszentrum Friedland

Quelle: Gückel

Friedland. Wieder war am Sonnabend der Hof voller Menschen. Sie ließen es sich beim Kaffeeklatsch gut gehen, malten und spielten miteinander, begegneten sich. So viele Nachbarn wie erhofft, waren freilich nicht gekommen. Dabei sei es doch eine große Chance, die Menschen aus dem Lager kennen zu lernen, sagt etwa das Ehepaar Gardener-Mc Taggart, das Cola und Saft als Spende mitgebracht hatte. Sie kämen öfter ins Lager, wenn sich die Gelegenheit ergebe. Interessante Menschen, interessante Geschichten, "und das Gefühl der Internationalität", sagt Herbert Mc Taggart, finde man hier. "Man wird ja der Kleinbürgerlichkeit sonst schnell überdrüssig."

Für Rebecca Apell und Isabella Enzler, zwei Göttigner Studentinnen, die beide zum Team des BAZ gehören, gibt es noch andere Gründe, sich zu engagieren. Flüchtlingen zu helfen sei eine Möglichkeit, aufzubegehren gegen die Asylpolitik in Deutschland und Europa, "ganz praktisch", sagt Rebecca. Und Isabella ergänzt: "Ich bin schockiert über die Politik, wie ein Land, das zwei Kriege ausgelöst hat, den Menschen, die vor Krieg und Elend flüchten, die Grenzen dicht macht".

Allerdings: Dicht sind sie nicht, davon zeugt die Überfüllung des Lagers Friedland. Und da wäre die private Initiative, die seit Mai 2014 im BAZ Deutschkurse, Asylantrag-Hilfe und W-Lan bietet, wichtiger denn je. Doch zum Monatsende ist das vorbei - gekündigt. Die Gruppe aber, in der sich bis zu 50 Menschen engagieren - viele Studenten, die meisten aus Göttingen und Witzenhausen - will weitermachen. Sie hoffen auf neue Mieträume. Wenn alles gut geht, können sie zum Jahresende wieder eröffnen. Bis dahin soll das Konzept überarbeitet werden. Denn "wir wollen aus den Fehlern hier lernen", sagt Rebecca. Auch wenn weder das Lager noch die Gemeinde geholfen haben, sei man guter Hoffnung auf neue Räume. Und vor dem Hintergrund der aktuellen Diskussion um Flüchtlinge hofft das BAZ, bis zur Neueröffnung neue Mitstreiter oder zumindest Spender gewinnen zu können. 

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