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Behandlung suizidgefährdeter Häftlinge in Rosdorf

Kamera in Zelle Behandlung suizidgefährdeter Häftlinge in Rosdorf

Rosdorf. Alle 15 Minuten soll der frühere Top-Manager Thomas Middelhoff in seiner Gefängniszelle in der Justizvollzugsanstalt (JVA) Essen aus dem Schlaf gerissen worden sein. Nach Angaben seiner Anwälte wurde Middelhoff einen Monat lang auf diese Weise indirekt zum Wachbleiben gezwungen.

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Suizidgefährdete Häftlinge werden in JVA Rosdorf nicht zum Wachbleiben gezwungen, so wie es Ex-Manager Middelhoff ergangen sein soll.

Quelle: Hinzmann

Rosdorf. Hintergrund: Man wollte sichergehen, dass sich der womöglich verzweifelte Insasse nicht umbringt.

Solche Praktiken würden in niedersächsischen Gefängnissen nicht angewandt, auch nicht in der JVA Rosdorf, erklärt dazu auf Anfrage Marika Tödt vom niedersächsischen Justizministerium.

In der Regel würden in Niedersachsen Gefangene, die als suizidgefährdet eingestuft werden, „in der akuten Phase zeitlich befristet in einem besonders gesicherten Haftraum ohne gefährdende Gegenstände untergebracht und mittels Videotechnik überwacht“, erklärt Tödt. So verfahre auch die JVA Rosdorf.

Als milderes Mittel seien in vielen Anstalten normale Hafträume mit Videotechnik ausgestattet, „in denen suizidgefährdete Gefangene auch längerfristig untergebracht werden können“. Die JVA Rosdorf bringe solche Gefangenen auch gemeinschaftlich unter und „begegnet der Suizidgefahr durch Gesprächsangebote mit fachkundigen Bediensteten“.

In der JVA Rosdorf und sechs weiteren niedersächsischen Gefängnissen werde zudem „Seelsorge am Telefon“ für Untersuchungshäftlinge unter Verantwortung der Kirchen angeboten. In insgesamt 111 Hafträumen seien spezielle Telefone installiert, die den Gefangenen in der Zeit von 21 bis 6 Uhr die Kontaktaufnahme mit einem Seelsorger ermöglichten.

Allgemein werde bereits beim Zugangsgespräch am Tag der Aufnahme „besonderes Augenmerk auf eine mögliche Suizidgefahr gelegt“, sagt Tödt. Seien Anzeichen erkennbar, würden der psychologische und auch der ärztliche Dienst hinzugezogen.

In der JVA Rosdorf hat sich nach Angaben von Tödt zuletzt im Jahr 2011 ein Häftling das Leben genommen. Niedersachsenweit waren es im vergangenen Jahr zwei.

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