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Hilfe aus der Haft

Reparaturcafé auf dem Leineberg Hilfe aus der Haft

Das Reparaturcafé des Stadtteilbüros auf dem Leineberg bietet seit kurzem eine Mobiltelefon- und Computersprechstunde an. Die Besonderheit: Beratung und gegebenenfalls Reparatur übernehmen inhaftierte Jugendliche aus dem offenen Vollzug der benachbarten Jugendanstalt.

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Robert und Andy reparieren Laptops und Handys im Reparaturcafé.

Quelle: CH

Göttingen. Beim Oktober-Reparaturtermin am Dienstag standen drei Jugendliche bereit, um bei Problemen mit Handy, Tablet oder Computer zu helfen. Allen drei ist eins gemeinsam: Sie haben Spaß daran, Menschen zu helfen, die mit der aktuellen Informationstechnik nicht ohne weiteres zurechtkommen, sagen sie. „Das sind meist ältere Leute“, sagt Andy (alle Namen geändert).

Robert hat anderthalb Jahre bei der Deutschen Telekom gelernt „und schon früher mal geholfen, wenn Leute mit ihren Geräten nicht klarkamen“. Am Dienstag erklärte er einer älteren Frau, wie sie die Bilder aus ihrer Digitalkamera auf ihren Laptop überträgt. Dazu gab es einen Schnellkurs zum Umgang mit dem E-mail-Konto. Roberts Rezept: „Ruhig zwei- oder dreimal erklären. Und: Die Leute selbst machen lassen. Nur erklären oder vorführen nützt nicht viel.“

Auch Andy gab Hilfestellung, wie sich Bilder aus Digitalkameras auf Computer übertragen lassen. Und auch dabei, den Kamera-Speicher wieder so freizubekommen, dass neue Aufnahmen möglich sind. Marco half einem Senioren dabei, dessen Smartphone so einzurichten, dass Schnellzugriffe, die Verwaltung von Kontakten und Benachrichtigungen so funktionieren, wie es sich sein Besitzer wünscht. An die Hardware, die Geräte selber, wagt er sich allerdings nicht. „Mit Elektrik habe ich es nicht so sehr“, meint Marco. „Aber mit der Bedienung von Handy und Computer kenne ich mich aus.“

Von Anstaltsseite aus hat Melanie Hacker, Leiterin der Göttinger Abteilung der Jugendanstalt Hameln, den Reparatur-Ausflug der drei Inhaftierten organisiert. Sie ist erkennbar stolz auf das Engagement ihrer Schützlinge, die sich mit Geduld und Sorgfalt um die Hilfesuchenden im Reparaturcafé kümmern.

Bei den monatlichen Treffen im Stadtteilbüro auf dem Leineberg reparieren ehrenamtliche Mitarbeiter defekte Gegenstände wie Elektrogeräte, Mobiliar, Spielzeug, Haushaltstechnik, Kleidungsstücke oder Fahrräder. Immer noch gesucht werden weitere Reparateure. Ansprechpartnerin ist Stadtteilbüro-Leiterin Hanna Köhn, Telefon 0551/2054702.

  

Pilotprojekt „Gö schafft's“

Das Reparaturcafé auf dem Leineberg ist Teil des Projekts "Gö schafft's" (Gemeinsame Öffnung schafft sinnvolle Perspektiven), das als Pilotprojekt von der Nationalen Stadttentwicklungspolitik gefördert wird. Projektpartner sind der Verein Freie Altenarbeit Göttingen, die Jugendanstalt Göttingen, die Jugendhilfe Göttingen und der Nachbarschaftsverein Leineberg. Ziel ist es, die Bewohner des Leinebergs mit den Inhaftierten aus der Jugendanstalt zusammenzubringen, sagt Stadtteilbüro-Leiterin Hanna Köhn.  

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