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Beim historischen Klostermarkt in Northeim haben 85 Standbetreiber tolle Ideen

Mit Mäusen Taler machen Beim historischen Klostermarkt in Northeim haben 85 Standbetreiber tolle Ideen

"Hier kommt die Maus!", ruft Gauklerin Hannah und setzt Mäuserich "Prinz Nathan" vorsichtig ins Mäuseroulette. Zuvor hat sie von den Mitspielern einen Taler kassiert. Um Taler in Form von Euro geht es letztlich, wenn das Stadtmaketing Northeim einen historischen Markt samt verkaufsoffenem Sonntag wie den Klostermarkt organisiert. Das jetzt schon zum 20. Mal.

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Kombination aus Marktfest und Stadtgeschichte: der Northeimer Klosetremarkt.

Quelle: Heller

Northeim. Damals, 1995, bedurfte es noch eines gut begründeten Anlasses, um einen Sonntag als Verkaufstag genehmigt zu bekommen. Kulturamtsleiter Harald März war es, der die Idee einer Kombination aus Marktfest und Stadtgeschichte ersann. Davon zeugen noch heute der Marsch der Landsknechte zum Salutschießen, die Schwertkampf-Vorführungen und Böllerschüsse, der Fackelumzug und die abendlichen Nachtwächterführungen.

Inzwischen hat jede zweite Stadt sein Mittelalterfest. Viele der Schausteller reisen durch die ganze Republik. Entsprechend originell sind die Angebote der Gaukler und Marketender. In Northeim zudem sehr zahlreich. Weil Stadt, Kaufmannschaft und Kreishandwerkerschaft an einem Strang ziehen, so Bürgermeister Hans-Erich Tannhäuser bei der Eröffnung, habe das Fest von Beginn an großen Anklang gefunden. Damals, beim ersten Klostermarkt, waren rund 50 Stände aufgebaut. Beim 20., sagt Tanja Bittner vom Stadtmarketing, sind es 85 Stände mit 100 Mitwirkenden. Zum Beispiel der der Türkisch-Islamischen Gemeinde, bei der es im Osmanischen Zelt nahöstliche Leckereien gibt. Oder der von Ines Bodemeyer aus Benniehausen. Unüberriechbar bietet sie edle Seifen an. Die hat Kristian Marx nach der Arbeit nötig. Er ist Schmied. Beim Klostermarkt schmiedet Marx mit Kindern kleine Wikinger-Messer. Die Damast-Schmiede ist eigentlich in Hemeln zu Hause, organisiert Schmiede-Kurse für Schüler und Ferienprogramme und zeigt das Handwerk gern auch auf Märkten.

Handwerk ist reichlich vertreten in Northeim: Silberschmiedearbeiten kann man probieren, Zinn kann man gießen, Holz kann man schnitzen. Heiß geht es auch an den Holzöfen des Förderkreises für Kultur und Heimatliebe Gillersheim zu. Auf Kochhexen werden über Buchenholz Waffeln gebachen - nur original mit verkohltem Rand. 

Eine tolle Idee ("Nach dem x-ten Bier und von meiner Frau aufgemalt auf eine Seviette.") hatte auch Wolf-Rüdiger Klug. Der 63-Jährige betreibt eine Art Schießbude. Mit mittelalterlichen Steinkatapulten kann man auf die selbstgebaute Burg Wolfenstein schießen und Ritterfiguren abräumen. Bei Erfolg gibt es handgeschmiedete Hufnägel.

Unterdessen hat Mäuserich Nathan eine Höhle im Mäuseroulette gewählt. Der kleine Jonas hatte auf die richtige gesetzt, erhält jetzt ein Stoff-Mäuschen als Preis. Hannah, die eigens eienn "Mäuseschein" zur artgerechten Haltung ihrer fünf vierbeinigen Gaukler-Gehilfen machen musste, ruft zur nächsten Mäuseroulette-Runde auf. Am verkaufsoffenen Sonntag noch den ganzen Tag von 11 bis 18 Uhr in der Northeimer Fußgängerzone.

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