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Bekannte Göttinger verkaufen Erbsensuppe bei „Keiner soll einsam sein“

Erbsensuppe zum Frühstück Bekannte Göttinger verkaufen Erbsensuppe bei „Keiner soll einsam sein“

Es ist 9.30 Uhr, als die erste Schüssel Erbsensuppe über den Tresen geht – eine halbe Stunde vor offiziellem Beginn der Tageblatt-Weihnachtshilfe „Keiner soll einsam sein“ am Gänseliesel.

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Vom Chefdirigenten persönlich serviert und sehnlichst erwartet: Die Erbsensuppe zugunsten der Tageblatt-Aktion „Keiner soll einsam sein“ findet reißenden Absatz.

Quelle: Heller

Göttingen. Michael Krause setzt sich mit seiner Schüssel an die noch leeren Tische: „Einmal im Jahr Erbsensuppe zum Frühstück, das mache ich seit über 10 Jahren“, sagt er. Später am Mittag kommt Krause wieder, diesmal mit einer großen Plastikschüssel, die der Geschäftsführer des Modehauses Schlüter für seine Mitarbeiter befüllt. Kein Einzelfall: Viele Göttinger haben ihre eigenen Gefäße mitgebracht, eines davon wurde sogar mit 16 Portionen gefüllt. Insgesamt wurden so am Sonnabend in nur drei Stunden 1200 Liter Suppe ausgeschenkt.

Dieser Aufgabe stellte sich der DRK-Kreisverband Göttingen-Northeim zum ersten Mal. „Als uns vor 14 Tagen der Ruf erreichte, haben wir gleich zugesagt“, sagt Vorstandsvorsitzender Herbert van Loh, der mit Vorstandsmitglied Jutta Hartmann auch gleich beim Ausschank der Suppe geholfen hat. Gekocht wurde die von sechs DRK-Helfern ab 5 Uhr in der Früh. Die Einlage wurde zuvor im Hotel Freizeit In vorbereitet, der Abwasch und die Logistik lagen in der Verantwortung des Technischen Hilfswerks. Wolfgang Stoffel, Organisator der Tageblatt-Weihnachtshilfe, war mit der Zusammenarbeit der drei Akteure sehr zufrieden.

Zufrieden schienen auch die 24 ehrenamtlichen Kellenschwenker mit ihrer neuen Tätigkeit zu sein. Bundestagsabgeordneter Fritz Güntzler (CDU) und Rainer Hald, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Göttingen, standen sogar weit über eine Stunde am Tresen, um Erbsensuppe auszuschenken – der Andrang auf dem Marktplatz machte es notwendig, eine dritte Ausgabestation zu eröffnen, an der sich Helfer vom DRK mit Göttinger Prominenten abwechselten.

Mit Erfolg

Auch Dechant Wigbert Schwarze hat sich für die Aktion eingesetzt – und zwar im Gottesdienst: „Ich scheue mich nicht, das Weltliche in die Kirche zu tragen. Ich habe während der Vermeldungen Werbung für die Aktion gemacht und meine Gemeinde eingeladen, für einen Teller Erbsensuppe zum Gänseliesel zu kommen“, so Schwarze.

Mit Erfolg: Zehn seiner Gemeindemitglieder ließen sich von Schwarze Erbsensuppe einschenken. Viele Besucher wussten übrigens genau, von wem sie eine Schüssel entgegennehmen wollten. Gänseliesel Alena Koch wurde wahrscheinlich genauso oft fotografiert wie Christoph-Mathias Mueller, Chefdirigent vom Göttinger Symphonie Orchester, um einen persönlichen Nachschlag gebeten wurde.

Die Einnahmen gehen an die Tageblatt-Weihnachtshilfe, die verschiedene soziale Einrichtungen in der Stadt unterstützt.  Damit soll Menschen geholfen werden, die aus unterschiedlichen Gründen in Not geraten sind.

Von Jonas Rohde

Bekannte Göttinger verkaufen 1200 Liter Erbsensuppe bei Tageblatt-Weihnachtshilfe „Keiner soll einsam sein“. © Heller

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Göttingen Löffelt

Andreas Hallemann weiß genau, wie er seine Erbsensuppe am liebsten mag. Er sitzt als einer der ersten an den langen Tischen vor dem Alten Rathaus. „Ich komme immer früh, wenn es noch leer ist. Und zwar schon so lange wie es die Veranstaltung gibt. Die Suppe schmeckt mir nach all den Jahren immer noch.“

Warum nur eine Portion kaufen, wenn man Appetit auf neun hat? Rudolf Schlachtebeck ist ebenfalls Stammgast und kauft auch in diesem Jahr neun Portionen Erbsensuppe: eine zum gleich essen, die restlichen acht zum Einfrieren. „Die diesjährige Erbsensuppe schmeckt mir besonders gut“, lobt er. Weil er „Keiner soll einsam sein“ schon so lange verbunden ist, spendet Schlachtebeck jedes Jahr auch noch seinen Tellerpfand.

Ulrike Liekmeier kann nicht mehr zählen, wie oft sie die Aktion am Gänseliesel schon besucht hat. „Gefühlte 20 Mal bestimmt.“ Die Aktion findet sie gut, in diesem Jahr hat sie aber ein ganz pragmatischer Grund zum Liesel geführt: „Wir sind gekommen, weil wir richtig Hunger hatten.“

Die ersten Löffel musste Rosemarie Schäfer mit ihrem Mann im Stehen essen, weil die Tische mittags vollständig belegt waren. Als sich dann später doch noch ein Platz findet, erzählt sie: „Wir kommen schon ewig. Das gehört einfach  dazu, genauso wie der zweite Termin im Kaufpark.“ Der findet übrigens am Sonnabend, 15. November, statt. Beginn ist auch hier um 10 Uhr.

Norbert Liekmeier weiß genau, warum er die Tageblatt-Erbsensuppe so gerne mag: „Wenn man größere Mengen kocht, können sich die Aromen ganz anders entfalten. Dafür sind wir extra in die Stadt gefahren.“

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