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Opfermann knipst das Licht aus

Beleuchtungsspezialist „Knips Lichttechnik“ schließt Opfermann knipst das Licht aus

Elf Jahre lang hat Tobias Opfermann sein Geschäft „Knips Lichttechnik - exklusive Lichtkonzepte aus Göttingen“ an der Jüdenstraße 24 betrieben. Jetzt gehen die Lichter aus: Am 31. August macht Opfermann zu, derzeit läuft der Abverkauf.

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Tobias Opfermann in seinem Lichtstudio.

Quelle: Harald Wenzel

Göttingen. Seine Lage sei keinesfalls prekär, so der 51-Jährige: „Ich hätte definitiv weitermachen können.“ Er wolle aber die Reißleine ziehen, solange das Geschäft noch einigermaßen gut laufe und er noch in ein Angestelltenverhältnis wechseln könne.

Der geborene Eichsfelder hat exklusive Lampen im Programm, die bis zu 2000 Euro kosten. Darüber hinaus macht er Beleuchtungsberatung und -ausstattung, teils für private, in erster Linie jedoch für gewerbliche Objekte, zum Beispiel Arztpraxen, Anwaltskanzleien und Gastronomie-Betriebe. Für die Schließung gebe es zwei Gründe.

Vornehmlich die Miete. Er wolle keine konkrete Zahl nennen, so der gelernte Werkzeugmacher, der seit 26 Jahren im Beleuchtungsgeschäft ist. Aber der Quadratmeterpreis sei schon „sehr hoch“. Der zweite Grund: das Internet. Dass Leute in seinen Laden kämen und mit dem Hinweis auf günstigere Onlinepreise zu feilschen begännen, komme eher selten vor. Dafür verlaufe das Objekt-Geschäft schleppender.

Früher hätten sich die Kunden auf Göttinger Anbieter beschränkt. Heute würden sie sich im Netz deutschlandweit auf die Suche begeben. Das drücke die Preise: „Den Auftrag bekommt derjenige, der das günstigste Angebot macht, und wenn er aus dem entlegensten Winkel Bayerns kommt.“ Wobei manche Angebote so niedrig bemessen seien, dass der Gewinn extrem gering ausfalle.

In anderen Stadtteilen gebe es zwar viele leerstehende Geschäfte, er sei jedoch auf die Innenstadt angewiesen: „Mein Sortiment ist sehr hochpreisig, ich brauche einen Standort wie diesen.“ Sehr viele seiner Kunden wohnten im Ostviertel und kämen auf dem Weg in die Stadt am „Knips“ vorbei. Die Lage sei deshalb „super“, eine hohe Miete auch durchaus angemessen - aber seine sei eben einfach „zu hoch“.

Opfermann sieht die Zukunft der Innenstadt eher skeptisch: „Sicherlich wird sich für meinen Laden ein neuer Mieter finden. Aber einer, der elf Jahre bleibt? Ich glaube, dass in Zukunft auch in den Seitenstraßen mehr und mehr Filialisten auftauchen werden.“

In keiner niedersächsischen Stadt, außer Hannover, sind die Innenstadtmieten für Geschäfte so hoch wie in Göttingen. In 1A-Lagen in der Weender Straße werden Quadratmeterpreise von bis zu 110 Euro gezahlt.

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