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Alfa-Gründer Lucke wünscht AfD Scheitern

Bernd Lucke unterstützt Alfa-Landratskandidaten Michael Täuber Alfa-Gründer Lucke wünscht AfD Scheitern

Nein, er bereue nicht, die Alternative für Deutschland (AfD) gegründet zu haben - nur, wie sich die Partei entwickelt hat. Das erklärte der ehemalige AfD-Parteivorstand und Gründer Bernd Lucke im Gespräch mit dem Göttinger Tageblatt.

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Landratskandidat Michael Täuber (links) und Parteichef Bernd Lucke im Redaktionsgespräch.

Quelle: Christina Hinzmann

Göttingen. Mit Rechtsradikalen und Linksextremen wolle Alfa nichts zu tun haben: „Wir lehnen jede Form des politischen Extremismus ab“, sagt Lucke. Ob er der AfD das Scheitern wünscht? „Richtig“, sagt er, „aber das wünsche ich auch der CDU und der SPD.“

Seine neue Partei heißt Allianz für Fortschritt und Aufbruch (Alfa) und deren Landratskandidaten, Michael Täuber, für den neuen Landkreis Göttingen unterstützt Lucke gerade im Wahlkampf. 45 Mitglieder zählt der Alfa-Regionsverband Südniedersachsen, erklärte Täuber. Der Verband ist im Januar gegründet worden und hat konkrete Vorstellungen zu politischen Themen:

Beim Umgang mit Flüchtlingen sollten die Kommunen selbst bemessen, wie viele Flüchtlinge sie aufnehmen können, erklärte Lucke. Das müsse bundesweit addiert und danach die Aufnahmekapazität bemessen werden.

Außerdem macht sich Alfa für den Erhalt des dreigliedrigen Schulsystems stark. Die Zusammenlegung von Haupt- und Realschulen wie in Göttingen zu Integrierten Gesamtschulen (IGS) hält Lucke für keine gute Entwicklung. Wegen der gewachsenen Heterogenität der Gesellschaft sei der Bedarf an Differenzierung im Ausbildungswesen eher gewachsen. In einem gegliederten Schulsystem könnten auch Flüchtlinge besser integriert werden.

Ein weiteres Schwerpunktthema sei die Altersvorsorge, so Lucke. Die Bundesregierung treffe keine adäquate Altersvorsorge. Er fordert darum, Überschüsse in staatlichen Fonds anzusparen. Auch die Wohnungspolitik würde Alfa anders angehen. „Wenn man auf einem Markt eine zu große Nachfrage hat, muss man das Angebot steigern“, sagte Lucke.

Dabei sei auch eine gute Verkehrsanbindung wichtig. In einer Zeit, in der es der Bevölkerung finanzpolitisch gut gehe, müsse investiert und strukturelle Investitionen getätigt werden. Finanzieren wolle er das vor allem über Einsparungen im konsumtiven Bereich, was beispielsweise weniger Geld zur Unterstützung Griechenlands bedeute. Und Alfa will vor allem das Mitbestimmungsrecht der Bürger stärken, sowohl auf kommunaler als auch auf Bundesebene, erklärte Lucke weiter. Direkte Demokratie habe vor allem bei der Eurorettung und in der Flüchtlingskrise gefehlt.

Ein erneutes Entern seiner Partei hat Lucke nach seinen Erfahrungen mit der AfD, aus der er verdrängt wurde, abgesichert. „Wir haben ein anderes Mitgliederaufnahmeverfahren“, erklärt er. Zum einen erfolge die Aufnahme nur noch auf Landesebene und zum anderen gebe es zuerst nur die Gastmitgliedschaft ohne Stimmrecht. Doch das sicherste Mittel sei für Lucke: „Die Rechten gehen jetzt in die AfD.“

Von Katrin Westphal

Politische Vita

Bernd Lucke war eines der drei Gründungsmitglieder der Partei Alternative für Deutschland (AfD). Nach seiner Abwahl aus dem Parteivorstand durch den rechten AfD-Flügel und seinem anschließenden Austritt gründete er die Partei Allianz für Fortschritt und Aufbruch (Alfa). Der Professor für Makroökonomie ist seit 2014 Abgeordneter im Europäischen Parlament. Von Juni 2015 bis Juli 2016 war er Bundesvorsitzender von Alfa, für die er dann zur Bundestagswahl 2017 als Spitzenkandidat gewählt wurde. Vor seinem Austritt aus der AfD gründete Lucke den Verein „Weckruf“, in dem er Unterstützer sammelte, die ihm in die neugegründete Partei Alfa folgten. Darunter war auch der aus Osterode kommende Göttinger  Landratskandidat Michael Täuber.

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