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Zwei harte Wochen

Feuerwehr-Lehrgang Zwei harte Wochen

Zehn Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr aus der Stadt und dem Landkreis Göttingen haben am Sonnabend den ersten berufsbegleitenden Lehrgang „Technische Hilfe“ (TH) abgeschlossen. Die 14-tägige Schulung wurde zum ersten Mal auf dem Gelände der Göttinger Berufsfeuerwehr ausgerichtet.

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Quelle: HW

Göttingen. Um die Niedersächsische Akademie für Brand- und Katastrophenschutz (NABK) zu entlasten und die Nachfrage nach Schulungen bedienen zu können, wurde erstmalig ein TH-Lehrgang nicht bei der NABK in Celle, sondern vor Ort in den Kommunen angeboten. Das hat nach Meinung des Ausbildungsleiters der Berufsfeuerwehr Göttingen, Eckhardt Gerlitzki, vor allem einen Vorteil: „Man macht es den Kameradinnen und Kameraden möglich, den Lehrgang berufsbegleitend durchzuführen.“

Bisher mussten sich die Ehrenamtlichen für eine Woche freistellen lassen, um für die Schulung nach Celle zu reisen - auch zum Nachteil der Arbeitgeber. Jetzt können die Teilnehmer der Freiwilligen Feuerwehr weiterhin tagsüber ihren Berufen nachgehen.

Der TH-Lehrgang in Göttingen wurde während der Woche abends ab 19 Uhr und sonnabends ganztägig ausgerichtet und umfasste insgesamt 35 Stunden. „Den Kameraden verlangt das eine ganze Menge ab, dem Enthusiasmus zolle ich ganz hohen Respekt“, sagte Gerlitzki.

Einer, der von dem neuen Angebot profitierte, war Heiko Fahrenholz. Der 53-Jährige, seit 25 Jahren stellvertretender Ortsbrandmeister in Kerstlingerode, sagte klar: „Nach Celle würde ich nicht fahren.“ Als Landwirtschaftsmeister könne er sich das zeitlich schlicht nicht erlauben. Er habe „sehr viel gelernt“, auch wenn es zwei harte Wochen gewesen seien. Denn: „Die Arbeit geht weiter.“ Seiner Meinung nach sollten noch mehr Ehrenamtler Feuerwehrschulungen wahrnehmen können, denn im Zweifel rette das Leben.

Übungsleiter Michael Dzimalle zeigte sich unterdessen zufrieden mit dem Pilotprojekt. „Es ist ein Thema, wo die Leute einfach viel Bedarf haben“, sagte er. An einem Fahrzeug zeigte er der „sehr motivierten Truppe“, wie man eine Person nach einem Verkehrsunfall aus dem Auto birgt. „Wir bilden hier wirklich für die Praxis aus“, sagte Dzimalle und ergänzte: „Dass so ein Lehrgang hier stattfindet, ist sehr gut, man sollte damit weitermachen.“

Doch es ging nicht nur um das Mitmachen, sondern auch um das Bestehen. Zum Abschluss wartete ein 20 Fragen umfassender Multiple-Choice-Test auf die zehn Teilnehmer. „Da kann man auch nicht bestehen“, warnte Gerlitzki vorher. Am Ende meisterten alle Prüflinge aber auch die letzte Hürde. yah

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