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Bedrohlich echter Einsatz

Göttinger Berufsfeuerwehr Bedrohlich echter Einsatz

Menschenrettung, der Umgang mit gefährlichen Stoffen, die Arbeit in Chemieschutzanzügen und eine Dekontamination - das war das Übungsziel von 20 Auszubildenden der Göttinger Berufsfeuerwehr. Sie übten am Donnerstag in einem realitätsnahen Szenario am Deutschen Primatenzentrum in Göttingen.

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Einsatzübung bei der Berufsfeuerwehr Göttingen

Quelle: CH

Göttingen. Das Set für die Feuerwehrübung war realistisch gestaltet: In einem Labor mit Biostoffen gab es eine leichte Explosion, bei der sich brennbares Gas entzündet hatte. Dadurch kam es zu einer lokalen Freisetzung von Gefahrstoffen, und die Feuerwehrmänner hatten es unter anderem mit Bakterien und Viren zu tun. Die Statisten wurden im Vorfeld so geschminkt, dass sie blutverschmiert und blass aussahen.

Eines der Opfer ist Christiane Grelle vom Primatenzentrum. Ihr Gesicht ist weiß geschminkt, sie liegt auf dem Boden des Chemikalienlagers. Gerade hat sich die inszenierte Explosion ereignet. Die Nebelmaschine läuft auf Hochtouren, in dem Raum ist nur noch weißer Rauch zu sehen. Alles wirkt bedrohlich echt, und die Statistin hat etwas Angst.

Die Übung beginnt. Auf Knien rutschen zwei Feuerwehrmänner durch den Flur, auf dem Rücken tragen sie schwere Pressluftatmer. Vor der Stahltür funken sie ihrem Einsatzleiter die Aufschrift der Hinweisschilder durch: „Ätzend!“ und „Radioaktiv!“ steht darauf.

Dadurch erhöht sich die Gefahrenstufe schlagartig. Der Chef ordnet den Rückzug an, und im Eiltempo schlüpfen die Männer in die Chemikalienschutzanzüge, den höchsten Schutz der Feuerwehrleute. Die Retter nehmen einen erneuten Anlauf. „Hier ist Flüssigkeit drin!“, ruft einer. „Völlig verqualmt, der Raum!“, ruft der andere. Bei fast Nullsicht arbeiten sie sich vor, finden das Explosionsopfer und retten die kontaminierte Frau.

Angst hatten die Feuerwehrmänner nicht. „Wir sind gut ausgebildet und haben Materialien dabei, die uns schützen“, sagt Steffen Armstrong. Sie hatten im Vorfeld bei absoluter Nullsicht geübt und ihre Masken dafür mit Panzertape blickdicht abgeklebt. Allerdings sei dies die erste Übung mit Verletzten gewesen, erklärt Adam Ambrus. Das sei schon aufregend gewesen.

„Es ist wichtig, dass die Feuerwehr auch Berührungsängste verliert“, sagt Eckhard Gerlitzki, Ausbildungsleiter der Göttinger Feuerwehr. Das Deutsche Primatenzentrum unterstütze die Ausbildung, damit die Feuerwehr in einer realistischen Lagedarstellung üben kann, erklärt Ralf Göltzer, Sicherheitsingenieur am Primatenzentrum. Dadurch seien die Feuerwehrleute nicht nur die auf dem aktuellen Stand bei Gefahrenstoffen, sondern würden sich auch vor Ort besser auskennen - falls es mal ernst wird.

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