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Arbeit als Polizist kennenlernen

Berufsinformationstag bei Inspektion Göttingen Arbeit als Polizist kennenlernen

Die Polizeiinspektion Göttingen hat am Sonnabend zum zweiten Mal Berufsinteressierte zu einem Informationstag eingeladen. Etwa zehn junge Menschen, die meisten von ihnen Schüler und in Begleitung eines Elternteils, lauschten Vorträgen und kamen mit den Beamten ins Gespräch.

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Einblicke in die Polizeiarbeit haben Berufsinteressierte am Sonnabend erhalten.

Quelle: mn

Göttingen. „Durch die aktuelle Sicherheitslage haben sich die Einstellungszahlen erhöht“, so Uwe Diedrich vom Sachbereich Aus- und Fortbildung. Die Bewerberzahlen seien in den letzten Jahren leicht gestiegen, müssten aber an den höheren Bedarf angeglichen werden: „Daran arbeiten wir unter Anderem heute.“ Bei dem Informationstag solle dabei ein realistisches Bild der Polizeiarbeit gezeichnet werden, die auch mal Schichten in der Nacht und an Feiertagen bedeute. Der Beruf sei dafür aber „höchst abwechslungsreich“, weil sie situativ reagieren könnten, so Diedrich weiter. Bewerber sollten gerne mit Menschen arbeiten. Die Abwechslung und die Teamarbeit seien auch für Maren Hopf ausschlaggebende Argumente gewesen, ein Lehramtsstudium für den Polizeiberuf aufzugeben. Die Studentin an der Polizeiakademie Hann. Münden erklärte den Besuchern das Bewerbungsverfahren und den Ablauf des Studiums.

Die 31-Jährige ist etwa zehn Jahre älter als der Durchschnitt in ihrer Klasse. Sie steht kurz vor dem Bachelor-Abschluss und wisse dank des praktischen Anteils bereits, in welchen Bereich sie gehen möchte: „Ich habe eines der Praktika im Sachbereich Jugend absolviert und mag an der Arbeit, etwas über die Hintergründe der Jugendlichen zu erfahren.“ Einen Master-Abschluss, der ihr die Türen zu einer leitenden Funktion öffnen würde, strebe sie nicht an. Hopf sagte, sie schätze am Polizei-Beruf die Flexibilität: „Man muss nicht 40 Jahre lang die selbe Aufgabe erfüllen und kann den Beruf dadurch auch gut mit der Familienplanung vereinbaren.“

Die Vortragsthemen seien entsprechend der Altersgruppe gewählt worden, so Diedrich. Er etwa zeigte eine Sammlung aus konfiszierten Waffen, von denen Jugendliche teilweise gar nicht wüssten, dass diese verboten seien. Jörg Arnecke von der Verkehrssicherheit schärfte den Zuhörern die mitunter tödlichen Folgen des Smartphone-Gebrauchs ein. Auf die Nachfrage eines Schülers, wie man den Anblick von Verkehrstoten verkraften könne, antwortete er: „Der Polizist von heute darf auch weinen.“ Man werde im Studium gut vorbereitet und mit Erlebtem nicht alleine gelassen. Am Schluss wendete er sich mit den Worten „Ich würde mich freuen, wenn wir in ein paar Jahren gemeinsam einige Verkehrsunfälle verhindern könnten!“ an sein Publikum.

Zu dem Informationstag war unter anderem die 15-jährige Caroline Storre gekommen. Sie überlege, nach dem Abitur eine Karriere bei der Reiterstaffel anzustreben- sie reite seit vielen Jahren. „Man muss sich in dem Beruf schon durchsetzen können, aber auch Frauen können sich ja heutzutage gut beweisen“, sagte sie. Ihr Vater, Rüdiger Storre, unterstützt die Pläne seiner Tochter: „Sie hat das nötige Selbstbewusstsein und die Begabung, Menschen mitzureißen.“ Besucherin Sina Reisinger hat ihr Abitur bereits geschafft und ist erstmal als Flugbegleiterin unterwegs. „Ich kann mir vorstellen, später bei der Kriminalpolizei zu arbeiten. Das sehe ich als einen sehr abwechslungsreichen Beruf an“, so die 20-Jährige.

Das Land Niedersachsen stellt ausschließlich im gehobenen Dienst ein. Die für das Studium mindestens benötigte Fachoberschulreife kann in einem Programm der Polizei erworben werden, das ein einjähriges Praktikum beinhaltet. Der Bewerbungsschluss dafür, und auch für das Studium, ist Montag, der 30. Oktober. Mehr Informationen gibt es unter polizei-studium.de/bewerbung,13.html.

Von Marie Niederleithinger

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