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Berufsinformationstag lockt Tausende Besucher

Gö-Bit 2016 Berufsinformationstag lockt Tausende Besucher

Etwa 3500 bis 4500 Besucher haben sich am Sonnabend während des Göttinger Berufsinformationstages (Gö-Bit) über Lehrberufe, Studiengänge und andere Möglichkeiten nach der Schulzeit informiert. Am Rande protestierte eine Gruppe gegen die Teilnahme der Bundeswehr als Ausbildungs-Betrieb.

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Besucher der Berfusinformationsmesse.

Quelle: Pförtner

Göttingen. "Ich will mich über ganz verschiedene Berufe informieren, auch über Studiengänge und Studienfinanzierung", beschrieb Catrin Schäfer ihre Motivation, zum Gö-Bit in den berufsbildenden Schulen II (BBS II) zu kommen. Die 19-Jährige aus Diemarden hat den Fachhochschulabschluss schon in der Tasche und absolviert zurzeit ein freiwilliges soziales Jahr. Der Gö-Bit sei eine gute Möglichkeit, sich zu orientieren - „und man bekommt gute und genaue Infos".

Zum 15. Mal haben die BBS II, die Volkshochschule Göttingen-Osterode und die Göttinger Agentur für Arbeit die größte Berufsinformationsbörse in Südniedersachsen organisiert. Sie soll an erster Stelle Berufsfindungsbörse für Schüler sein, viele Firmen nutzen den Infotag aber auch, um Auszubildende zu werben. Außer Hintergrundinfos an 135 Ständen zu mehr als 300 Ausbildungs- und Berufsmöglichkeiten gab es Vorträge und Beratungsangebote: zum Beispiel zur Vorbereitung auf Bewerbungsgespräche. Das Konzept habe sich erneut bewährt, bilanzierte die Mitorganisatorin Ines Puschmann von den BBS II. Die Teilnehmerzahl schätzt sie auf „vielleicht 3500, vielleicht auch mehr als 4000“.

Protest

Demo gegen die Bundeswehr beim GöBit

Quelle: Schubert

Besonders große war das Interesse an Medienberufe, Studiengängen und an einem freiwilligen sozialen Jahr. Aber auch an den Infoständen der Handwerksberufe herrschte Gedränge. Vielfach konnten Schüler dort kleine Werkstücke herstellen – gemeinsam mit angehenden Tischlern, Schlossern und Konditoren. An fast allen Ständen beantworteten auch Auszubildende Fragen. „Das ist mal etwas anderes und macht richtig Spaß“, freute sich Jeremy Maurer. Und der 24-jährige angehende Tischler aus Nörten Hardenberg staunte besonders darüber, „wie gut manche Mädchen“ an der Feile und Säge waren.

Zufrieden waren auch die Ausbilder: „Eine gute Sache“, lobte Roger Mellinghausen den Gö-Bit. Der Mitgesellschafter der Druckerei Jungfer aus Herzberg „hoffte, hier ein paar aussichtsreiche Auszubildende akquirieren zu können – einige gute Gespräche hatten wir schon.“

Gute Gespräche mit Schülern aus allen Schulformen hatte auch Hauptfeldwebel Joachim Timm an Stand der Bundeswehr. Weniger gute mit Mitgliedern der „Sozialistischen Deutschen Arbeiterjugend“ (SDAJ). Sie Protestierten mit Transparenten und lauten Aktionen gegen „Ausbildung oder Studium bei der Bundeswehr“. Mehrfach ermahnte die Polizei SDAJ-Mitstreiter und bugsierte sie aus dem Schulgebäude.

Viele neue Anreize

Ausschließlich positive Reaktionen kommen von Besuchern des Göttinger Berufsinformationstages. „Hier werden Fragen direkt beantwortet und es gibt tolle Beratungen“, schwärmte die 19-jährige Schülerin Celestine Scharoll aus Göttingen. Sie will Biologie und Religion für das Lehramt studieren. Dass sie auf dieser Basis auch noch ganz andere Berufe ausüben kann, „habe ich erst hier erfahren“.

David Hasse hat sich bereits vor einem Jahr hier Gö-Bit über das angepeilte Studium und ein freiwilliges soziales Jahr als Übergangsphase informiert – mit Erfolg. Jetzt stand er selbst als FSJ-ler in einer Schule und in einem Kindergarten den Besuchern Rede und Antwort. „Ich erzähle gerne, wie viel Spaß das macht, aber auch wie verantwortungsvoll es ist“, sagt der 18-Jährige.

Für Christine Schäfer aus Diemarden ist der Gö-Bit „eine tolle Aktion, die viele Denkanstöße gibt“. Die Mutter begleitet ihre Töchter nicht zum ersten Mal und findet es „einzigartig, wie sich die Firmen hier präsentieren“.

Markus Szwemko konnte nach seinem Rundgang „viele interessante Eindrücke“ mitnehmen. Der 30-jähriger Bäcker aus Twist will sich weiter entwickeln – vielleicht als Lebensmitteltechniker. Er ist zufällig in Göttingen und die Berufsbörse biete viele neue Anreize, sagte er.

Schon recht genaue Vorstellung hatte Johannes Brunn , als er die Sporthalle der BBS II als eine von mehreren Info-Bereichen betrat: Der 18-jährige Schüler an einer Berufsschule in Einbeck will studieren – am liebsten Lehramt in Göttingen. Sein erstes Ziel: Die Info-Stände der Universität, „und dann schaue ich mich einfach noch weiter um“. us

"Es gibt so viele interesante Berufe, sagt Thomas Recknagel . Nach zwei abgebrochenen Lehren und einer abgebrochenen Fachschule orientiert er sich jetzt neu. Der GöBit sei für ihn "sehr, sehr intressant".

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