Volltextsuche über das Angebot:

23 ° / 15 ° Regenschauer

Navigation:
Berufsverbot für Fahrlehrer

Führerschein-Affäre Berufsverbot für Fahrlehrer

Der Northeimer Fahrlehrer, der ausländischen Profi-Fußballern mit illegalen Praktiken zu einer Umschreibung ihres Führerscheins verholfen hatte, darf seinen Beruf nicht mehr ausüben. Das folgt aus einer Entscheidung des Verwaltungsgerichts Göttingen. 

Wie ein Sprecher auf Anfrage mitteilte, hat das Gericht einen Antrag des 57-Jährigen auf einstweiligen Rechtsschutz gegen eine Verfügung der Stadt Northeim abgelehnt. Die Stadt hatte ihm Anfang März die Erlaubnis als Fahrlehrer und die Erlaubnis zum Betreiben einer Fahrschule entzogen. Zuvor hatte das Landgericht Göttingen den Fahrlehrer im Januar wegen Bestechung und Urkundenfälschung zu einer Freiheitsstrafe von  zwei Jahren verurteilt, die zur Bewährung ausgesetzt wurde.

Der 57-Jährige hatte einem mitangeklagten Regionalleiter des TÜV Nord in Göttingen Schmiergeld für falsche Prüfbescheinigungen gezahlt und Unterschriften auf vermeintlichen Ausbildungsnachweisen gefälscht (Tageblatt berichtete). Dadurch hatten die beiden Fußballfans vorwiegend brasilianischen Bundesligakickern auf unzulässige Weise zu einem in Deutschland gültigen Führerschein verholfen. Der Vorsitzende Richter sagte damals in seiner Urteilsbegründung, die beiden geständigen Angeklagten hätten ein Korruptionssystem aufgebaut und sich so eine zusätzliche Einnahmequelle verschafft.

Nach Ansicht des Göttinger Verwaltungsgerichts ist die Verfügung der Stadt Northeim nicht zu beanstanden. Das Strafverfahren habe ausreichend Anhaltspunkte dafür ergeben, dass der 57-Jährige seine Pflichten als Fahrlehrer grob missbraucht habe. Gleichzeitig habe er eine hohe kriminelle Energie gezeigt und sich somit als unzuverlässig erwiesen.

Von Heidi Niemann

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Göttingen