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Rebhuhnschutz vor der eigenen Haustür ist möglich Bestand bedroht

Um 94 Prozent ist der Rebhuhnbestand in den letzten 30 Jahren bundesweit zurückgegangen. In Niedersachsen gilt die einst häufige Vogelart als stark gefährdet. Nicht viel besser sieht es in Südniedersachsen aus, sagen Göttinger Experten, wenngleich die Bestände sich stabilisiert haben.

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Rebhuhn im Schnee.

Quelle: R / Eckhard

Region. Aktivitäten, um den Bestand des Vogels der Kulturlandschaft wieder anzuheben, werden als dringend angesehen. „Rebhuhnschutz vor der eigenen Haustür ist möglich“, sagt Werner Beeke, der zusammen mit den Eckhard Gottschalk das Rebhuhnschutzprojekt im Landkreis Göttingen begleitet. Dafür werde die Unterstützung der Landwirte benötigt. Jeder Landwirt in Niedersachsen könne mitmachen und als sogenannte Agrarumweltmaßnahme strukturreiche Blühstreifen anlegen.

Ton

Den Ruf des Rebhuhns können Sie hier hören.

Seit 2004 gibt es das von der Biologischen Schutzgemeinschaft Göttingen initiierte Rebhuhnschutzprojekt. Im Altkreis Göttingen bewirtschafteten die Landwirte etwa 500 Hektar Blühstreifen auf rund 1000 Einzelflächen (Stand 2007).

Aus Sicht der Biologen Beeke und Gottschalk entstünden durch die Blühstreifen nicht nur wichtige Brutorte für Rebhühner, was sich im Bestand bemerkbar mache. Die Anzahl der Rebhühner im Landkreis Göttingen habe stabilisiert werden können. Auch weitere Arten der Feldflur profitierten von den strukturreichen Blühstreifen. Die rebhuhngerechte Bewirtschaftung werde jetzt auch in ganz Niedersachsen zu besseren Konditionen angeboten. Die Naturschutzberatung der Landwirte sei ein wesentlicher Faktor für die Akzeptanz solcher Agrarumweltmaßnahmen, so Beeke.

Der Göttinger Rebhuhnforscher Beeke wird bei einem Vortrags- und Filmabend am Dienstag, 24. Januar, um 19 Uhr im Gasthaus Illemann in Hardegsen die Frage stellen: „Wollen wir das Rebhuhn wirklich retten?“. Dabei berichtet er über Erfahrungen aus dem Göttinger Rebhuhnprojekts und präsentiert Ergebnisse einer mehrjährigen Telemetriestudie. Dabei hat die Abteilung Naturschutzbiologie der Universität Göttingen Rebhühner mit Sendern versehen und deren Lebenslauf verfolgt. Dem Vortrag Beekes schließt sich der Film „Über-Leben Rebhuhn“ des Tierfilmers Andreas Winkler an.

Das Rebhuhn dürfte in Niedersachsen zwar bejagt werden, das werde aber nach Angaben der Landesjägerschaft „insgesamt sehr umsichtig durchgeführt“. In 92 Prozent der Reviere mit Rebhuhnvorkommen werde darauf verzichtet. In Südniedersachsen verzichten die Jäger nach Angaben der Kreisjägermeister Axel Eichendorff (Göttingen) und Dietmar Grüning (Northeim) seit Jahren darauf, Rebhühner zu jagen. „Man kann nicht von Besatz sprechen“, so Grünings Einschätzung der Population. Tauche im Streckebericht der Hühnervogel auf, dann handle es sich um Fallwild, erklärt Eichendorff.

Rebhuhnbestände in der Region

Die regionale Rebhuhn-Population konzentriert sich nach Angaben von Hans-Heinrich Dörrie vom Arbeitskreis Göttinger Ornithologen (AGO) auf den östlichen Altkreis Göttingen östlich der Leine. In der Feldmark südlich von Geismar fänden sich ebenso wie im Eichsfeld einige Tiere. „Wir gehen von einem Bestand von etwa 250 Vögeln aus“, sagt Dörrie. Bei der jährlichen Zählung rufender Rebhühner seien (Stand März 2016) 213 Vögel notiert worden, etwas weniger als im Vorjahr (238). Nach einem „lokalen Rekordjahr“ in der Feldmark Diemarden habe es „einen Rückgang von 76 auf 39 Rufer“ gegeben, „während im Raum Gieboldehausen – Wollbrandshausen und südlich von Ebergötzen Zuwächse (von 29 auf 45 beziehungsweise von 20 auf 41) verzeichnet werden konnten“.

Die Biologen Eckhard Gottschalk und Werner Beeke von der Uni Göttingen schätzen den Bestand im Altkreis Göttingen auf etwa 400 Paare. Damit sei der Bestand annhähernd stabil. Die Populationen liegen nach Auskunft Beekes im Wesentlichen im östlichen Altkreis Göttingen, auch südlich Göttingens. „Im Westen ist das Rebhuhn faktisch ausgestorben“, sagt Beeke, allenfalls gebe es Einzelsichtungen.

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