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Betreuungseinrichtung Reyershausen soll geschlossen werden

Elterninitiativen Betreuungseinrichtung Reyershausen soll geschlossen werden

Ärger um die Kindergartenbedarfsplanung im Flecken Bovenden: In Reyershausen wehren sich Eltern gegen die angedachte Schließung der örtlichen Betreuungseinrichtung. Den Kindergarten in Harste sollen Jungen und Mädchen aus Nachbargemeinden verlassen, weil die Umwandlung einer Regel- in eine Kleingruppe geplant ist.

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Kindergarten Reyershausen: Während die Kinder unbefangen spielen, sorgen sich die Eltern um den Bestand der Einrichtung.

Quelle: Hinzmann

Noch haben die Reyershäuser Eltern Hoffnung: Binnen weniger Tage sammelten sie mehr als 400 Unterschriften gegen die drohende Schließung des kirchlichen Kindergartens. „Es hat heftige Reaktionen im Ort gegeben“, berichtet Simone Kaupert, Mitglied im Vorstand des Fördervereins. „Fast das ganze Dorf steht hinter uns“, ergänzt ihre Vorstandskollegin Swantje Eigner-Thiel. Eines zumindest hat die Elterninitiative bereits erreicht: Im Jugendausschuss des Fleckens trug sie ihre Argumente vor. Die Politiker verschoben den Beschluss. Weitere Gespräche mit den Fraktionen stehen bevor.

Zur Zeit gebe es 25 Kinder im Dorf – genug, um den Kindergarten zu erhalten. Der Kindergarten sei Teil des Dorflebens, „die Unterschriftensammlung zeigt doch, wie wichtig er ist“, sagt die Kuratoriumsvorsitzende Sabine Kratzelt. Bei seinem Wegfall fürchteten örtliche Vereine um ihren Nachwuchs, „wenn ein Kind in Eddigehausen den Kindergarten besucht, wird es wahrscheinlich auch dort in den Sportverein gehen wollen“, glaubt Eigner-Thiel. Die Kinder liefen Gefahr, den Anschluss im eigenen Dorf zu verlieren. 

Pastor gegen Umzug

Gegen den Umzug der Reyershäuser Kinder nach Billingshausen oder Eddigehausen argumentiert auch Pastor Karl Friedrich Ulrichs: „Wir sind ein kleines Dorf. Warum haben wir kein Recht auf einen kleinen Kindergarten, wie die niedersächsische Gesetzgebung es vorsieht? Als Untergrenze wurden zehn Betreuungsplätze festgelegt.“ Auch warnt er vor der Annahme, die benachbarten Kindergärten würden das in Reyershausen arbeitslos werdende Personal ganz selbstverständlich aufnehmen.

Sorgen machen sich auch jene Eltern aus Adelebsen und Hardegsen, die ihre Kinder ganz bewusst einem Kindergarten außerhalb ihrer Heimatgemeinde anvertraut haben – dem in Harste: weil dort die Großeltern oder andere Familienmitglieder leben, ein Umzug dorthin bereits geplant ist, die Räume und das Personal sowie das pädagogische Konzept als ideal empfunden werden. In Harste soll aus Konsequenz aus der Bedarfsplanung eine von zwei Regelgruppen in eine Kleingruppe umgewandelt werden – was die von auswärts kommenden Jungen und Mädchen künftig vom Besuch des Kindergartens ausschließt (siehe nebenstehenden Bericht). „Dass so etwas ansteht, haben wir erst über das Internet erfahren und auf Anfrage bestätigt bekommen“, ärgert sich Diana Klessinger, eine der betroffenen Mütter aus dem Bereich Adelebsen. 

Schon zum 31. Juli werde ihre Tochter den Harster Kindergarten verlassen müssen – und damit viele Freunde und die vertrauten Betreuerinnen verlieren.  „Dabei haben wir in Harste geheiratet, die Kinder sind hier getauft. Amy geht hier in den Sportverein und in anderthalb Jahren wollen wir her ziehen.“ Acht weiteren Kindern gehe es ähnlich – „weil für uns nicht der Betriebskostenzuschuss gezahlt wird“. 

Eine Gruppe Harster Eltern ist ebenfalls von der Verkleinerung der Betreuungseinrichtung betroffen: die Eltern zweijähriger Kinder, die in der Einrichtung  seit 2006 aufgenommen werden können. Anke Glitsch etwa hat wegen ihres Berufes fest damit gerechnet, für die jetzt acht Monate alte Lisa in anderthalb Jahren einen Betreuungsplatz zu bekommen. 

Kompromiss denkbar

Die Harster Eltern hoffen auf eine Lösung. Ideal wäre der Erhalt beider Gruppen in voller Größe, sagt Katja Metzlaff. Ihre Hoffnung: dass die Gemeinden Adelebsen und Hardegsen sich bereit erklären, die Betriebkostenzuschüsse zu übernehmen, „oder sich wenigstens mit Bovenden zu teilen“. Auch ein Kompromiss wäre denkbar: „Wenn die Gruppe erhalten bliebe, bis unsere Kinder in die Schule kommen. Das wäre auch die Lösung für die Zweijährigen. Neue Kinder aus Nachbargemeinden sollten nicht aufgenommen werden.“

                                                                                                                                          kk

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