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Betrüger versucht, Landwirt aus Ebergötzen um 9000 Euro zu prellen

Knapp vorbeigeschrammt Betrüger versucht, Landwirt aus Ebergötzen um 9000 Euro zu prellen

Ganz knapp am Geldverlust vorbeigeschrammt ist Tageblatt-Leser und Landwirt Bodo Bertsch aus Ebergötzen. In einem Anzeigenblatt war er auf eine Kleinannonce gestoßen, in der ein Traktor angeboten wurde, der für Bertsch ideal schien: ein 20 Jahre alter Fendt 260 SA.

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Misstrauen war geboten beim Billigangebot eines Fendt-Traktors.

Quelle: EF

Ebergötzen. Zu schön, um wahr zu sein: der Kaufpreis von nur 9000 Euro und die Bilder, die der Anbieter schickte – ein nagelneu aussehender Trecker mit jeder Menge Zubehör, das Bertsch auch gut gebrauchen konnte. Normalerweise sei ein vergleichbarer Traktor „dreimal so teuer, eher mehr“, sagt der Ebergötzer Landwirt. Auch die geringe Betriebsdauer von nur 2400 Stunden machte den Landwirt misstrauisch. Und als dann der Anbieter auch noch anbot, den Traktor kostenlos zu ihm nach Hause zu liefern und Geld erst dann zu kassieren, wenn Bertsch den Trecker für gut befindet, schwante dem Landwirt: „Hier ist etwas faul.“

Zu Recht, fand Bertsch bei einer nur oberflächlichen Suche mit der Internet-Suchmaschine Google schnell heraus. Der vom Anbieter verwendete Name „Andrej Zbigniew“ ist offenbar Programm für eine Masche, mit der Schnäppchensucher hereingelegt werden sollen. Und die funktioniert so: Auf scheinbar unschlagbar günstiges Angebote von Landmaschinen melden sich reihenweise Interessenten. Denen wird eine kostenlose Lieferung angeboten. Wer darauf eingeht, bekommt kurz darauf Nachricht vom Spediteur. Leider sei man ein wenig klamm, der Kaufpreis müsse vorab überwiesen werden. Das allerdings auf ein Treuhand-Konto eines Kreditinstitutes im polnischen Jaroslaw, auf dem das Geld bankgesichert sei.
Wer das macht, ist sein Geld los. Einer von mehreren Fällen, auf die Bertsch bei seiner Recherche stieß: Ein Kaufinteressent überwies, wurde jedoch schnell misstrauisch und versuchte nur zwei Stunden nach der Überweisung, das Geld zurückzuholen. Doch das war das Geld schon abgehoben worden. In einem andere Fall schrieb die polnische Bank das Geld den Betrügern fünf Tage nach der Überweisung gut, obwohl sie nur Stunden nach dem Übertrag aus Deutschland auf den Betrug aufmerksam gemacht wurde.

Nicht überraschend: Auf eine Traktorlieferung warteten die Interessenten vergebens. „Die Bank steckt mit den Betrügern unter einer Decke“, vermutet Bertsch. „Die zahlt sofort aus.“ Gut für den Ebergötzer Landwirt: Sein Misstrauen setzte gerade noch früh genug ein. hein

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