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Betrügerische SMS lockt Friedländerin zu kostenpflichtigem Dienst

Rechnung statt Videobotschaft Betrügerische SMS lockt Friedländerin zu kostenpflichtigem Dienst

Unbedacht war der Klick, mit dem Sabine Meyer aus Friedland (Name geändert) zuerst auf ihrem Smartphone, dann auf ihrem Heimcomputer eine MMS-Botschaft aufrufen wollte. Statt des per SMS angekündigten erhofften Advents-Videos kamen zwei Rechnungen eines Inkasso-Büros über jeweils 170,95 Euro.

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Quelle: Archiv

Göttingen. abei hatte sie gedacht, ihre Mutter habe ihr eine Video-Nachricht geschickt. Tatsächlich war die Internet-Adresse ein Lockmittel für eine betrügerische Internet-Seite. Statt des erhofften Videos stürzten Smartphone und Computer ab – allerdings ohne bleibende Schäden.  

Meyer dachte, damit sei die Angelegenheit erledigt. Aber nur bis zum Montag dieser Woche. Zwei Briefe lagen in ihrem Briefkasten – mit je einer Rechnung der „Collect Inkasso GmbH“, angeblich aus Berlin. Sie habe beim Video-Dienst „mms24.info“ für 84 Euro ein zwölfmonatiges Abonnement abgeschlossen. Mit „Mahngebühr“, „Kontoführungskosten“ und „Inkassokosten“ summiere sich das auf 170,95 Euro – und das gleich zweimal. Wenn Meyer nicht zahle, werde gerichtlich gegen sie vorgegangen und die Schufa informiert. Eine normale Rechnung, sagt Meyer, habe sie nie erhalten. Dafür gleich das Inkasso-Büro.

Alles illegal, sagt die Verbraucherzentrale Göttingen. Auf der dubiosen Seite habe Meyer weder einen Bestellbestätigungsbutton angeklickt, noch könne sie sich an eindeutige Formulierungen wie „kaufen“ oder „zahlungspflichtig bestellen“ erinnern. Verbraucherschützerin Kathrin Körber: „Ist eine Bestellfläche nicht eindeutig beschriftet, kommt kein Vertrag zustande.“

Eine Widerrufsbelehrung habe es ebensowenig wie eine Bestellbestätigung des angeblichen Vertrages gegeben. Auch dass das Konto des Inkasso gar nicht im Land des angegebenen Firmensitzes in Berlin, sondern in Bulgarien geführt ist, deutet auf Betrug hin, meint Verbraucherschützerin Körber. Meyer will nun das Inkassounternehmen an und bestreitet die Forderung. Die Verbraucherzentrale hilft und unterstützt dabei.

Auf Verbraucherplattformen im Internet sind die Beschwerden über Collect-Inkasso serienweise zu finden. Unter der auf den Rechnungen angegebenen Telefonnummer meldet sich eine Frau mit osteuropäischem Akzent, die behauptet, in einem Büro in Berlin zu sitzen. Nachprüfen lässt sich das nicht. Auf die Tageblatt-Anfrage will sie nicht antworten, das könne nur der Geschäftsführer. Der aber sei nicht da, so die Antwort.

Sabine Meyer weiß nun, was bei ähnlichen Nachrichten zu tun ist: Erst einmal bei der Mutter anrufen, ob die auch tatsächlich ein Video verschickt hat.

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