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Betrug mit Mobilfunkverträgen

Amtsgericht Göttingen Betrug mit Mobilfunkverträgen

Wegen Betruges mit Mobiltelefon-Verträgen hat das Amtsgericht Göttingen einen 32 Jahre alten Mann zu anderthalb Jahren Haft auf Bewährung verurteilt. Seine Mutter, als Mittäterin angeklagt, wurde freigesprochen.

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Quelle: dpa (Symbolbild)

Göttingen. Die Anklage hatte den beiden gemeinschaftlichen gewerbsmäßigen Betrug in sieben Fällen vorgeworfen, begangen Ende 2013 bis Mitte 2014. Der 32-Jährige war damals arbeitslos, hatte Schulden und Zahlungsverpflichtungen. Obschon damals wegen einer anderen Betrugssache zu zwei Jahren auf Bewährung verurteilt, begann er, über das Internet nach und nach sieben Mobilfunk-Verträge abzuschließen. Aus diesen Verträgen erhielt er ein Apple-Smartphone und zwei Samsung-Geräte, die er verkaufte. Alle Sim-Karten wurden zudem für Telefonate und andere Mobilfunk-Dienste eingesetzt.

Als Konto gab der Angeklagte die Bankverbindung seiner Mutter an. Die Sendungen der Mobilfunkfirmen gingen an die echte Adresse der Familie, allerdings unter falschen Namen. Der Gesamtschaden belief sich auf etwa 4500 Euro.

Detail am Rande: Nur für einen der sieben abgeschlossenen Verträge erhielt der Angeklagte Rechnungen oder Mahnungen. Bei den anderen sechs Verträgen gab es keinerlei Reaktion der betrogenen Firmen.

Ohne jede Einschränkung räumte der 32-Jährige alle Anklagevorwürfe ein. Als Motiv gab er Geldsorgen und ein Fürsorgegefühl für die Familie an. Außerdem habe er geglaubt, die betroffenen Firmen seien gegen derartige Ausfälle versichert, so dass niemandem ein persönlicher Schaden entstehe. Schließlich bat der Mann um ein mildes Urteil, weil er mittlerweile eine gesicherte Arbeit mit guter Zukunftspersektive habe, die durch einen Gefängnisaufenthalt zerstört werde.

Trotz dieser guten Sozialprognose machte sich das Gericht die Urteilsfindung nicht leicht. Grund: die Vorgeschichte des Mannes mit mehreren Diebstahls- und Betrugstaten, darunter zuletzt zwei Jahre Haft und eine weitere Verurteilung im November 2015. Die jetzt angeklagten Taten beging der 32-Jährige zudem noch in der damals verhängten Bewährungszeit.

Dennoch wurde das Urteil von einem Jahr und sechs Monaten Haft unter Bewährung ausgesprochen. Allerdings ein allerletztes Mal, merkte Richter Oliver Jitschin an: „Wenn Sie noch einmal etwas begehen, bricht Ihre gesamte Zukunft zusammen.“

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