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Angerufene mit Konto-Kenntnis geblufft

Betrugsversuch Angerufene mit Konto-Kenntnis geblufft

Der Angerufene staunte nicht schlecht: Die Anruferin kannte seine Kontonummer - jedenfalls Teile davon. Sollte er wirklich irrtümlich ein Abonnement für eine Lotterie abgeschlossen haben? Der 53-Jährige ließ sich nicht bluffen, er informierte die Polizei. Die warnt nun vor dem Betrugsversuch.

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Soll für mehr Sicherheit sorgen: Die Iban.

Quelle: dpa

Göttingen. Die Masche ist auch für die Verbraucherzentrale neu. Auf deren Internetseite findet man unter dem Stichwort „Vorsicht Falle“ unzählige Betrugsmaschen. Der mit der Kontonummer, die den Angerufenen von der Glaubwürdigkeit des Anrufers überzeugen soll, ist neu - und zwar seit die Iban verpflichtend ist.

Keine Chance ohne die ersten fünf Stellen

Die International Bank Account Number (Iban) setzt sich in Deutschland aus Ländercode, Prüfsumme, Bankleitzahl und Kontonummer zusammen. Deutsche Konten fangen folglich stets mit DE an und setzen sich ab Stelle fünf mit der Bankleitzahl fort. Gauner machen sich das zunutze, indem sie verblüfften potenziellen Opfern die Stellen fünf bis zwölf vorlesen und so vorgaukeln, als seien sie in Kenntnis der gesamten Bankdaten. Wer leichtgläubig ist, verrät einem geschickten Frager dann den Rest der Iban-Daten.

Im konkreten Fall in Göttingen lief es so: Eine Unbekannte rief den 53-Jährigen an und behauptete, dieser habe den neuen Geschäftsbedingungen zugestimmt und die Teilnahme an einer Lotterie gebucht. Monatlich 90 Euro würden nun vom Konto abgebucht. Als der Angerufene widersprach, las die Frau die Stellen fünf bis zwölf vor, was vorgaukeln sollte, dass die Frau die ganze Iban kenne.

Abbuchungen könnten die Folge sein

Wie es weitergegangen wäre, so Annette Leditschke-Friedrichs von der Verbraucherzentrale, könne man nur vermuten. Hätte die Anruferin die gesamte Iban erfahren, hätte es zu Abbuchungen kommen können. Oder es wäre ein Lotterievertrag übersandt worden.

Der Anruf hätte dann nur zur Anbahnung gedient. Dass Anrufer mit vermeintlichem Wissen bluffen, sei deshalb möglich, weil „in Göttingen wohl jeder Zweite bei der Sparkasse ist, deren Bankleitzahl also in den meisten Ibans steckt“. Folglich sei die vermeintliche Kenntnis nichts weiter als ein Versuch mit hoher Trefferquote. Anrufe derartiger Betrüger zurückverfolgen zu wollen, ist zwecklos. Sie rufen stets mit falscher, nur vorgegaukelter Telefonnummer an.

Verbraucherschützer wie Polizei raten nun, auf derartige Anrufe auf keinen Fall einzugehen. Der 53-Jährige, der sofort die Polizei informiert habe, habe „alles richtig gemacht“, sagt Jasmin Kaatz, die Polizeisprecherin. Und Leditschke-Friedrichs sagt: „Die ja eigentlich verbotenen telefonischen Kontaktaufnahmen hatten sehr nachgelassen.

Aktuell sind sie wieder im Kommen.“ Sie beruhigt aber auch: Selbst wenn es zu unberechtigten Geldabbuchungen gekommen sein sollte, könne man diese Zahlungen stets problemlos wieder rückbuchen lassen.

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