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Bevölkerungsrückgang: Dransfeld setzt auf Holländer

Grundsatzbeschluss Bevölkerungsrückgang: Dransfeld setzt auf Holländer

Die Stadt Dransfeld will sich um die Ansiedlung von Niederländern, aber auch von anderen Bürgern der Europäischen Union bemühen. Einen entsprechenden Grundsatzbeschluss fasste der Stadtrat während seiner Sitzung im Dorfgemeinschaftshaus in Ossenfeld bei zwei Enthaltungen einstimmig.

Die Idee stammt von den Sozialdemokraten. Die SPD will so dem schleichenden Bevölkerungsrückgang entgegenwirken. Schon heute stehen Häuser und Wohnungen leer. Die Kinderzahlen sind rückläufig, was die Standorte von Kindergärten und Schulen gefährdet.

„Die Ansiedlung von Holländern wird nicht alle Probleme lösen“, stellte Volker Muth klar. Der Sozialdemokrat erwartet, dass vor allem Rentner nach Dransfeld kommen. Diese Erfahrung hat die Stadt Wanfried (Werra-Meißner-Kreis) gemacht, die bereits seit einiger Zeit um Holländer wirbt. Grund für das Interesse des Nachbarlandes von Deutschland: In den Niederlanden sind die Immobilienpreise hoch und Bauland wird kaum noch ausgewiesen. Die Raumknappheit veranlasst auch Landwirte und Gärtnereibetreiber, im benachbarten Ausland Grundstücke zu erwerben, um dort zu produzieren. So können in Dransfeld sogar Arbeitsplätze entstehen.

Die CDU zeigte sich gegenüber der Idee aufgeschlossen. Jan-Thomas Geyer wies jedoch darauf hin, dass eine aktive Anwerbung von Menschen Geld kosten werde. Es müssten ein Internetauftritt gestaltet, Übersetzer hinzugezogen und Messestände bezahlt werden. Er warnte davor, der Verwaltung einen „Persilschein“ auszustellen. „Der Haushalt gibt keine größeren Ausgaben her“, betonte Geyer. Der Christdemokrat drang zudem darauf, auch um Bürger aus anderen Staaten der Europäischen Union zu werben.

Der stellvertretende Bürgermeister Dirk Aue teilte mit, dass die Stadt Uslar (Landkreis Northeim), die ebenfalls Holländer ansiedeln will, mit ihm Kontakt aufgenommen habe. Die Uslarer haben demnächst den Chef der Auswanderermesse in Utrecht zu Gast. Die Dransfelder können an den Gesprächen teilnehmen.

mic

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