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Bewährung für Northeimer Berufsverbrecher

Letzte Chance Bewährung für Northeimer Berufsverbrecher

Er hat mit einem Helfer in Hardegsen ein Firmengebäude aufgebrochen, Werkzeug und ein Auto geklaut, hat in Levershausen den Golf-Shop geplündert und in Adelebsen das Basaltwerk heimgesucht. Trotz vieler Vorstrafen kommt der 46-Jährige noch mit Bewährung davon.

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Northeim. Das Schöffengericht Northeim hat den Maschinisten zu zwei Jahren verurteilt. Weil er gerade aus dem Knast kommt, die zuletzt abgesessenen zweieinhalb Jahre ihn beeindruckt haben und er wieder Kontakt zu Ex-Frau und Kindern hat, sah das Gericht eine positive Sozialprognose und setzte die Strafe zur Bewährung aus.

Die jetzt verurteilten Einbrüche liegen länger als die letzte Haftzeit zurück. Tattage sind der 17. und 18. März sowie der 8. Juli 2012. Laut Anklage suchten der 46-jährige und ein Mittäter die H+H-Werkzeug-GmbH in Hardegsen heim, hebelten eine Tür auf und stahlen ein Laptop, einen Monitor, Reifen und verschiedene Werkzeuge im Gesamtwert von 5000 Euro.

Das Diebesgut packten sie in ein Firmenfahrzeug, dessen Schlüssel sie gefunden hatten. Mit dem Citroen Jumper fuhren sie nach Levershausen in den Golf-Club Hardenberg. Sie brachen das Servicecenter auf und machten sich über Bekleidung und Schuhe her: Beute im Wert von 31000 Euro, die sie in dem Lieferwagen abfuhren. Es wurde nie wieder eine Spur davon gefunden.

Dritter besonders schwerer Diebstahl war ein Einbruch ins Basaltwerk Bramburg. Auch hier wurde ein Leiferwagen genutzt, um die Beute, vor allem Werkzeuge, abzufahren. Schaden in diesem Fall 12600 Euro.

Ehe der Angeklagte ein Geständnis ablegt, gibt es Gespräche. Die Verständigung endet mit einer in Aussicht gestellten Höchststrafe von zwei Jahren. Gegen Bewährung spricht allerdings das Strafregister. Der Angeklagte ist 1989 über Ungarn aus der DDR geflohen und hat hier nie recht Fuß gefasst. Zweimal ist er als Kneiper gescheitert.

21 Verurteilungen stehen auf seinem Konto, allein in elf Fällen Verkehrsdelikte. Einen Führerschein hat er nicht. Hinzu kommen Eigentumsdelikte: Diebstahl, Unterschlagung, Betrug, Urkundenfälschung, Hehlerei, aber auch Drogenhandel. „Man könnte Sie einen Berufsverbrecher nennen“, sagt Richter Arno Cardinal. Dann ist da noch die Tatsache, dass die letzte Tat fünf Tage nach der letzten Verurteilung geschah.

Die aber lautete auf zweieinhalb Jahre, und in dieser Zeit scheint der Mann auf den rechten Weg gekommen zu sein. Seinem Geständnis, bei dem er aber weder den Mittäter nennt, noch sagt, wo die Beute blieb, folgt die Verurteilung zu zwei Jahren. Es seinen ja nur Vermögensdelikte, also letztlich zu Lasten der Versicherungsgemeinschaften.

Damit er die Bewährung auch spürt, gibt es eine Arbeitsauflage von 150 Stunden. Und damit die Bewährung lange hält, wird die maximale Bewährungszeit von vier Jahren gewählt. „Lieber eine Chance zu viel als zu wenig,“, sagt der Richter, „aber das ist die letzte“.

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