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Bewährungsstrafe mit hoher Arbeitsauflage

Familienvater wegen Missbrauchs der eigenen beiden Töchter verurteilt Bewährungsstrafe mit hoher Arbeitsauflage

Wegen sexuellen Missbrauchs seiner beiden Töchter, also wegen Missbrauchs Schutzbefohlener, ist ein 51 Jahre alter Familienvater aus dem Landkreis Northeim zu zwei Jahren Gefängnis verurteilt worden. Die Strafe wird zur Bewährung ausgesetzt, er muss aber 500 Stunden Arbeit ableisten.

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Quelle: dpa (Symbolbild)

Göttingen/Moringen. Die Jugendschutzkammer hatte "nicht die geringsten Zweifel daran", so der Vorsitzende Richter Michael Kalde, "dass die Aussagen der beiden Opfer voll und ganz der Wahrheit entsprachen". Sehr wahrscheinlich sei es, dass die jüngere Tochter viel häufiger missbraucht wurde. Das Gericht hatte drei Taten durch die Aussagen des Mädchens nachweisen können.

Das Mädchen war erst vier Jahre alt, als der Vater von ihr Dinge verlangte, "die Väter mit Kindern nicht machen". So hatte es das Kind später einmal ausgesagt. Auch die größere Schwester hatte den Vater mit einer Tat belastet. Er hatte die damals 13-Jährige unsittlich berührt. In beiden Fällen hatten sich die Halbschwestern jeweils gleich ihren Müttern anvertraut. Im Fall der Vierjährigen hatte die Mutter ihren Mann zur Rede gestellt und künftig dafür gesorgt, dass er ihr nicht mehr zu nahe kam. Angezeigt wurde die Tat aber nicht. Im Fall der 13-Jährigen war dem Mädchen nicht geglaubt worden, worunter die junge Frau heute noch immer leidet.

Das Gericht hatte sich in neun Verhandlungstagen mit 19 Zeugen und zwei Sachverständigen besonders mit der Aussageentstehung beschäftigt und für logisch befunden, warum sich die Belastungen im Laufe der Zeit konkretisiert hatten - teils aus anfänglicher Scham, teils, weil die Mächen den Vater durchaus nicht belasten wollten. Schon das überzeugte die Richter davon, dass die Schilderungen nicht ausgedacht waren.

Das Gericht billigte dem Angeklagten Strafmilderung zu, weil er bei den teils 14 Jahre zurückliegenden Taten jeweils schwer unter Alkohol stand. Die Auflage von 500 Stunden gemeinnütziger Arbeit soll auch wieder Struktur ins Leben des Arbeitslosen bringen.

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