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Bewohner der Humboldtallee 9 fühlen sich vom Studentenwerk „bedroht“

„Kündigung und Exmatrikulation“ Bewohner der Humboldtallee 9 fühlen sich vom Studentenwerk „bedroht“

Bewohner des selbstverwalteten Studentenwohnheims Humboldtallee 9 fühlen sich bedroht – von ihrem Vermieter, dem Studentenwerk. „Kündigung des Mietverhältnisses und Exmatrikulation“, so heißt es in einer Pressemitteilung, werde angedroht.

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Umstritten: Humboldtallee 9

Quelle: EF

Göttingen. Tatsächlich zeigt das Studentenwerk in einem Schreiben juristisch korrekt auf, was Hausbewohnern droht, sollte sich belegen lassen, dass sie mitgeholfen haben, die leerstehende Dachwohnung widerrechtlich zu besetzen.

Hintergrund ist die Absicht des Studentenwerkes, das Dachgeschoss zu sanieren und an ausländische Studenten als Einzelzimmer zu vermieten. Das war der Hausgemeinschaft am 18. Juli mitgeteilt worden. Diese erhob Widerspruch. Das Dachgeschoss stand zu diesem Zeitpunkt nach Auszug der Vormieter leer. Am 29. September tauschte der Vermieter Schließzylinder aus. Mitte Oktober sollten die neuen „internationalen Mitbewohner“ einziehen.

Doch inzwischen wohnen andere Studenten dort, solche, die sich zuvor bei der Hausgemeinschaft vorgestellt hatten. Die Tür zum Dachgeschoss fehlt, Matratzen und Spuren in der Küche weisen auf neue Bewohner hin.

"Ein Affront"

Darauf hat das Studentenwerk schriftlich mitgeteilt, dass es darin Hausfriedensbruch, Einbruchdiebstahl und Sachbeschädigung sieht. Anzeige wurde aber bisher nicht erstattet. Dabei solle es bleiben, wenn die Räume am Dienstag, 7. Oktober, so vorgefunden werden, dass die Renovierung beginnen kann.

Die Hausgemeinschaft jedoch sieht das Schreiben als Affront an, zumal sie schon lange fordert, das Haus möge komplett an einen gemeinnützigen Verein vermietet werden. Darauf sei Geschäftsführer Jörg Magull bisher nicht eingegangen. Nun würden, so eine Sprecherin, „internationale Studierende instrumentalisiert“, um die „Selbstverwaltung anzugreifen und letztlich die Hausgemeinschaft aufzulösen“.

Diese fühle sich seit längerem wegen ihrer langjährigen politischen Aktivitäten vom Studentenwerk mit Sanktionen belegt. Zuletzt hatten die Bewohner zusammen mit der Wohnrauminitiative das Zeltlager für Erstsemester im Garten der Humboldtallee organisiert.

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Streitobjekt: das Wohnheim in der Humboldtallee 9.

Die Göttinger Grünen appellieren im Streit um das Wohnheim Humboldtallee 9 an beide Parteien – die Bewohner und das Studentenwerk – nach einem Kompromiss zu suchen. „Eine weitere Eskalation dient weder dem Studentenwerk noch der Hausgemeinschaft“, sagte Valentin Büchi, Mitglied des grünen Stadtvorstandes.

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