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Bienenkunde im Botanischen Garten Göttingen

Projekt des BUND Bienenkunde im Botanischen Garten Göttingen

Drei Schulklassen aus Göttingen und der Region haben sich am Bienenprojekt der Naturschutzorganisation BUND in Göttingen beteiligt. Nun ging es auf Entdeckertour im Alten Botanischen Garten, in dem wegen seiner Pflanzenvielfalt viele Bienenarten auf engstem Raum leben.

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Biologe Thomas Fechtler erklärt wissenswertes zu Bienen.

Quelle: Wenzel

Göttingen. Gartenhummel, Wiesenhummel, Schenkelbiene – wenn Hubertus Rölleke sein Netz schwingt, hat er sofort unterschiedliche Bienenarten gefangen. Der Imker und Umweltpädagoge lässt sie in kleine Röhrchen krabbeln und reicht sie den Schülern vom Theodor-Heuss-Gymnasium (THG), die mit ihm auf Bienenjagd sind. Anschließend entlässt er die Tiere wieder in die Freiheit.

Viel mehr Wildbienen

Der Alte Botanische Garten sei für die Exkursion der ideale Ort. „Wegen der Pflanzenvielfalt leben hier viel mehr Wildbienenarten auf engstem Raum als in der Natur“, erklärt Rölleke. Die Schüler stehen vor einem Gilbweiderichbeet und warten. „Wenn man genau auf eine Stelle guckt, sieht man es Wuseln“, sagt Rölleke.

Er weiß genau, auf wen er wartet, denn auf Gilbweiderich stehen vor allem die Schenkelbienen. Die meisten anderen Arten schwirren nach einer kurzen Visite wieder ab. Die Pflanzen würden nämlich keinen Nektar, sondern nur eine Art Öl produzieren, und das verträgt nicht jeder.

Artenvielfalt begeistert

Der elfjährigen Marie gefällt, „dass wir für die Bienen soviel machen können und soviel über die Arten lernen.“ Ida, die mit Marie in die fünfte Klasse geht, hat in dem Bienenprojekt zum ersten Mal eine Hummel angefasst. Antonia ist von der Artenvielfalt begeistert: „Selbst beim ersten Strauch hatten wir sieben oder acht Arten gefunden“, sagt die zehnjährige.

Die THG-Schüler sind aus der Garten-AG der Schule und es gewohnt, viel draußen zu sein, erklärt die elfjährige Josefine.

Bei dem Bienenprojekt würden die Kinder frühzeitig lernen, was im Leben wichtig ist, erklärt Projektleiter Juan Torroba Bordallo vom BUND. „Die Biene ist Teil einer sehr wichtigen Kette“, sagt Torroba Bordallo. Der Bund will am Beispiel der Wildbienen das Thema Artenvielfalt in die Schulen tragen und die Schüler für Naturprozesse sensibilisieren.

Das Wildbienen-Projekt

Das Projekt soll Auftakt für die Kooperation mit Göttinger Schulen zum Thema Wildbienen sein. 560 Bienenarten kommen in Deutschland vor und mehr als die Hälfte sind gefährdet. Die Naturschutzorganisation BUND will mit dem Wildbienenschutzprojekt ein beispielhaftes Leuchtturmprojekt schaffen. Am Donnerstag, 16. Juni, informieren teilnehmende Schüler von 14 bis 16 Uhr am Göttinger Gänseliesel. Weitere Informationen, auch zu der Abschlussveranstaltung, gibt es im Internet auf bund-goettingen.de. wes

Drei Schulen sind an dem Bienenprojekt beteiligt: die Wilhelm-Busch-Schule Ebergötzen, die Wilhelm-Henneberg-Schule und das Theodor-Heuss-Gymnasium. Erst gab es theoretischen Unterricht, dann Workshops. Dabei bauten die Schüler Nisthilfen und legten Wildbienen-gerechte Blühflächen auf ihrem Schulgelände an. Außerdem schauten einem Imker über die Schulter.

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