Volltextsuche über das Angebot:

7 ° / 6 ° wolkig

Navigation:
Große Resonanz

Bilanz des Giftinformationszentrums-Nord Große Resonanz

Designer-Drogen oder synthetisch hergestellte Rauschmittel sind immer häufiger Gegenstand von Anfragen beim Giftinformationszentrum (GIZ)-Nord der Universitätsmedizin Göttingen. Im vergangenen Jahr hat die Einrichtung mit 37 839 Anfragen das Arbeitspensum vom Vorjahr (37 643) übertroffen.

Voriger Artikel
Erste Flüchtlinge eingezogen
Nächster Artikel
Gericht stoppt Abschiebung

Martin Ebbecke, Leiter des Giftinformationszentrum-Nord

Quelle: Pförtner

Göttingen. Akute Vergiftungen zu erkennen gehört zum Kerngeschäft der Experten des GIZ, die ihr Wissen vielfach auch auf Kongressen und an Kliniken weitergeben. Täglich nehmen die ärztlichen Berater Anfragen entgegen, die zu 57 Prozent aus der Bürgerschaft und zu 43 Prozent von medizinischem Fachpersonal vorgetragen werden. „Die Resonanz belegt, wie notwendig eine fachliche Beratung und der Notfallservice sind“, sagen Dr. Martin Ebbecke und Dr. Andreas Schaper, das Leitungsteam des GIZ. Das Giftinformationszentrum sei als Ansprechpartner im Vergiftungsfall sowohl in der Bevölkerung als auch bei den Ärzten bekannt und akzeptiert.

Die Vergiftungsursachen seien je nach Alter unterschiedlich. Während die größte Gefahr für Kinder von chemischen Produkten, Arzneimitteln und Pflanzen - Dinge aus dem täglichen Umfeld - ausgehe, beträfen Anfragen zu Erwachsenen überwiegend Arzneimittel. Ein neuer Trend ist die zunehmende Verbreitung sogenannter Designer- oder synthetischer Drogen. „Jedes Jahr kommen neue Rauschmittel in immer anderen Zusammensetzungen auf den Markt“, berichtet Ebbecke. Sie verdrängten „klassische Drogen“ wie Haschisch, Kokain oder Heroin.

Das GIZ-Nord ist eine Einrichtung der Bundesländer Bremen, Hamburg, Niedersachsen und Schleswig-Holstein mit Sitz an der UMG Göttingen. Eingebettet ist es in das Pharmakologisch-toxikologische Servicezentrum (PTS), dessen Labore für Analysen zur Verfügung stehen. Im Juni feierte das Giftinformationszentrum 20-jähriges Bestehen. kk

Anfragen können an die Notrufnummer 05 51 / 1 92 40 gerichtet werden. Weitere Informationen unter giz-nord.de.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Der Wochenrückblick vom 26. November bis 2. Dezember 2016