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Bilder und Objekte von Grundschülern

Ausstellung Bilder und Objekte von Grundschülern

„Kinder!Kunst!“ lautet der Titel einer Ausstellung, die ab Sonntag im Städtischen Museum Göttingen zu sehen ist. Präsentiert werden rund 400 Bilder und Objekte aus dem Kunstunterricht Göttinger Grundschulen. Dabei muten viele der Arbeiten so reif und ausgefeilt an, als stammten sie aus den Händen Erwachsener. Ein verblüffender Trugschluss.

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Gift-grün: eines der Schuhmonster in der Ausstellung „Kinder!Kunst!“.

Quelle: Theodoro da Silva

Alles beginnt mit einem Monster. Eines der freundlichen Sorte. Wie das aus der Sesamstraße, das immer so krümelt beim Essen. Schrecklich schön sitzt es in Form eines Schuhs in einer Vitrine. Sein nahe liegender Name: Schuhmonster. Es erklärt, was in den sechs Räumen der Ausstellung „Kinder! Kunst“ zu sehen ist.

Zu allererst: keine Kinder. Vielmehr fällt dem Betrachter, sobald er sich vom ersten Schreck erholt hat, ein Foto mit jungen Erwachsenen ins Auge. Studenten der Uni Göttingen, wie sich schnell herausstellt, welche das Konzept der Ausstellung in Kooperation mit dem Museum erarbeitet haben. Daneben: Selbst gemalte Bilder aus ihrer Kindheit. Bunte Bilder.

Noch bunter wird es, wenn man dem Rat des Schuhmonsters folgt und sich weiter umsieht. An „Häusern nach Hundertwasser“ vorbei gelangt der Betrachter ins Reich der Tiere. Ballontiere aus Pappmaché tollen im Feuchtbiotop. Krokodile aus Klammern schnappen nach allem, was sich bewegt. Nur die Stubenfliegen mit ihren großen Augen kann das alles nicht aus der Ruhe bringen.

Von Künstlern inspiriert

Im dritten Raum haben sich die Kinder an großen Künstlern orientiert. Wieder Friedensreich Hundertwasser, daneben eine Ansammlung von Seerosen nach Claude Monet. Im Zentrum präsentieren derweil die voluminösen Körper sogenannter Nanas ihren sinnlich-weiblichen Tanz.

Wenige Schritte weiter geht es musikalisch zu – und ungemein phantasievoll. Kostüme und Masken für Figuren aus der Mozart-Oper „Die Zauberflöte“ sind hier ausgestellt. Prachtvoll, bisweilen sogar schaurig-schön. Der Clou: Alle Gewänder sind aus Abfall gefertigt, aus Müllsäcken, Kronkorken, Zündholzschachteln und benutzten Zahnbürsten. Bald soll im Hintergrund noch Opernmusik laufen. Überdies sollen Szenen aus dem Stück, das die Schüler der Montessori-Schule mit den Kostümen aufgeführt haben, gezeigt werden.

Nach so viel ausgestellter Kreativität möchte man am liebsten sofort selbst tätig werden. Nicht zufällig haben die Planer daher im nächsten Raum ein Mal-Atelier für Kinder eingerichtet. Hier können die kleinen Gäste nach Herzenslust malen und basteln – und ihr Kunstwerk mit nach Hause nehmen. Alles unter den geheimnisvollen Augen von Fabelwesen und Märchenfiguren.

Zum Schluss präsentieren nochmals alle Schulen gemeinsam eine Auswahl ihrer Arbeiten. Ob Tusche, Holz oder Gips, sogar mit dem Computer wurde gearbeitet. Und wer es schafft, sich an der hübschen Prinzessin, die hier in einem Schuhkarton auf der Erbse sitzt, vorbeizustehlen, dem wird am Ende der Ausstellung abermals kurz der Atem stocken. In der letzten Vitrine hat sich gleich eine komplette Schuhmonster-Familie eingerichtet. Aber keine Angst: Das Glas ist dick.

Die Ausstellung, die sich an Kinder und Erwachsenen gleichermaßen richtet, ist von Sonntag, 17. Mai, bis zum 9. August im Städtischen Museum Göttingen, Ritterplan 7-8, zu sehen. Öffnungszeiten: Dienstag bis Freitag von 10 bis 17 Uhr, am Wochenende von 11 bis 17 Uhr.

Von Andreas Fuhrmann

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