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Bio-Eier aus Südniedersachsen sind gefragt

Hühnerhöfe liefern vorwiegend in die Region Bio-Eier aus Südniedersachsen sind gefragt

Die Befürchtung des niedersächsischen Geflügelwirtschaftsverbandes, dass als Spätfolge der Stallpflicht die Bio-Eier knapp werden könnten, betrifft die Verbraucher in Südniedersachsen allenfalls, wenn sie ihre Bio-Eier bei den großen Supermärkten kaufen. Das meint Johann von Grafenstein-Lohrberg vom Brothof Waake, der rund 180 Hühner hält und deren Bio-Eier direkt vermarktet.

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Legehennen auf dem Bio-Hof von Torsten Marienhagen in Hillerse.

Quelle: Hinzmann

Göttingen. Überhaupt habe die Stallpflicht „absolut nichts mit der Legeleistung der Hühner zu tun“, betont Marlene Staab, die den Bio-Hühnerhof Gallina mit etwa 1800 Tieren in Uslar-Ahlbershausen betreibt und vor allem Wochenmarktbeschicker in Göttingen und Bioläden in Göttingen beliefert. Die Zahl der Eier, die die Tiere legen, hänge vielmehr von der Lichtmenge und vom Futter ab, erklärt sie. Und: Eine Stallpflicht in Folge des ansteckenden Vogelgrippe-Virus H5N8 war in Südniedersachsen nicht verhängt worden, weder im Landkreis Göttingen, noch in den Kreisen Northeim und Osterode.

Sollte es zu Engpässen bei Bio-Eiern kommen, sagt Staab, liege das eher daran, dass in Folge von belastetem Öko-Hühnerfutter aus der Ukraine im Dezember einige Betriebe vorerst keine Bio-Eier mehr ausliefern durften. Die Bio-Hühnerbetriebe in Südniedersachsen hatten damit keine Probleme. Torsten Marienhagen vom gleichnamigen Biobetrieb in Hillerse bei Northeim sagt: „Wir setzen ausschließlich eigenes Getreide ein. Das ist zwar teurer, dafür sind wir aber auf der sicheren Seite.“  Seit drei Jahren legen die etwa 6000 Hennen vom Biohof Marienhagen täglich etwa 5000 Bio-Eier. Beliefert werden damit unter anderem die Rewe-Märkte in Weende, Geismar und Klein Lengden, das Biohaus in Göttingen und Naturkost Elkershausen. Grundsätzlich, so Marienhagens Erfahrung, sei die Nachfrage nach Bio-Eiern gestiegen, die Zahl der Hühnerhalter jedoch gleich geblieben. In der Folge könnten die Bio-Eier durchaus auch mal knapp werden.

Beim Bioladen an der Weender Straße in Göttingen gibt es laut Auskunft von Geschäftsführer Helmut Weber aktuell „keine Engpässe bei Bio-Eiern“. Er bezieht unter anderem vom Hof Gallina seine Ware. „Im Moment sind wir noch ganz gut versorgt“, sagt Weber. Im Alnatura-Supermarkt in Göttingen indes finden Kunden am Regal mit den Bio-Eiern einen Hinweis vor, dass sie Bio-Eier eventuell nicht in der gewohnten Auswahl beziehungsweise Menge vorfinden. Die Begründung: „Viele unserer Bio-Hühner haben weniger Eier als üblich gelegt, was offenbar mit dem Witterungsverlauf zu tun hat.“ Außerdem sei „einer unserer Eier-Lieferanten kurzfristig ausgefallen“.

Foto: Hinzmann

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Regional und ökologisch

Welchen hohen Wert regionale und ökologische Landwirtschaft hat, beschreibt Torsten Marienhagen vom gleichnamigen Bio-Hof in Hillerse:

  • Keine chemischen Pflanzenschutzmittel und Kunstdünger
  • dadurch keine Rückstände in den Lebensmitteln und im Futter für die Tiere, sauberes Grundwasser
  • Bio-Acker bietet seltenen Tieren und Pflanzen Lebensraum, aktiver Umweltschutz vor Ort
  • Hühner bekommen nur Bio-Futter
  • Verboten sind gentechnisch veränderte Futtermittel, Zusatzstoffe zur Dotterfärbung, Antibiotika
  • Hühner haben viel Platz im Stall mit Stroheinstreu, sie können jeden Tag ins Grüne laufen
  • Schnabel kürzen ist bei Bio-Hühnern verboten. be
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