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Bioenergie und Klümpe mit süßer Zutat

NDR sendet live aus Jühnde Bioenergie und Klümpe mit süßer Zutat

„Die Halle ist Gold wert“, seufzt Hubertus Menke. Der Chef der Heinrich-Sohnrey-Gesellschaft hatte sich gefreut, seine Idee der Rettung des Geburtshauses des Jühnder Heimatdichters landesweit in den für gestern geplanten Übertragungen aus dem Bioenergiedorf präsentieren zu können.

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Kochen mit Begeisterung: Susanne Huppert, Toni Bode und Toni Huppert (v. l.). Ganz links Jubilar August Brandenburg.

Quelle: Hinzmann

Dann aber kam der große Regen, eine Live-Sendung von der Bioenergeianlage fiel buchstäblich ins Wasser. Die Rettung: die Friedrich-Spielmann-Halle, in die der NDR spontan umziehen konnte.

Dort konnten dann die Jühnder gestern doch noch alle Register ihrer Heimattraditionen ziehen: Alfred Hartje fertigte vor der Kamera eine Schlachte-Molle aus Lindenholz, Ulrich Bartels repräsentierte das traditionell in Jühnde ansässige Polstereigewerbe mit modernen Anwendungen wie maßgefertigte Sitzpolster für Gefährte, wie sie gehbehinderte Golfspieler benutzen.

Für besonderen Beifall und Heiterkeit sorgten Toni und Susanne Huppert und Toni Bode: Das Hausfrauen-Trio („Wir singen gerne, erzählen uns was und tauschen Neuigkeiten aus“) bereitete vor laufender Kamera Jühnder Klümpe zu – Kartoffelklöße aus einem Teig von rohen und gekochten Kartoffeln, Salz, Ei und ein wenig Mehl, wahlweise in Wasser oder in Milch gargezogen und je nach Geschmack mit Speck oder Zwiebeln angerichtet. Während sich NDR-Moderatorin Iris Woggan-Kaiser vom Geruch sehr angetan, aber wegen des offensichtlichen Kaloriengehaltes doch eher vorsichtig zeigte, steuerte Menke eine besondere Idee bei: „Erst durch Apfelmus“, teilte er den beifallklatschenden Jühndern mit, „werden Klümpe richtig gut.“ Zum Nachtisch empfahlen die Hausfrauen andere Jühnder Leckereien: Schmand- oder Zuckerkuchen.

Einen besonderen Auftritt beim Fernsehen hatte noch Jühndes Alt-Bürgermeister August Brandenburg, der gestern seinen 80. Geburtstag beging. Moderatorin Woggan-Kaiser feierte den Jubilar als Vater des mittlerweile bundesweit bekannten Bioenergie-Projekts, das vor genau fünf Jahren in Betrieb ging.


Insgesamt konnte das Dorf am Montag in gleich drei NDR-Sendungen zeigen, „dass in Jühnde nicht nur Bioenergie geboten wird“, wie Woggan-Kaiser anmoderierte. Zuvor hatte Menke mit den NDR-Journalisten durchs Dorf ziehen und ihnen das Sohnrey-Geburtshaus präsentieren können. Seine Hoffnung: das teure Projekt der Rettung der „Lindenhütte“ in der Beekestraße – das Geburtshaus des als „Solling-Dichter“ bekannt gewordenen Heinrich Sohnrey (1859 – 1948). Für die Grundsanierung veranschlagt die Sohnrey-Gesellschaft 150 000 Euro. Nach der Sendung hofft Menke auf Spenden auch von außerhalb Südniedersachsens.

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