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Bioenergiedörfer in der Region Göttingen ziehen Bilanz

Optimiertes Wärmenetz und Wildpflanzen-Tests Bioenergiedörfer in der Region Göttingen ziehen Bilanz

Wer sich für Geschichte, Kosten und Vorteile der Bioenergiedörfer wie Reiffenhausen interessiert, der kann sich ab sofort auf einer Tafel direkt am Holzheizkraftwerk darüber informieren.  Ausführlicher zogen die Bioenergie-Zwillingsregionen in dieser Woche Bilanz: und zwar eine positive.

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Zum Finale eine Infotafel: Von links:  Mario Sommer (Gieboldehausen), Hartmut Berndt (Leader), Winfried Binder (Energieagentur), Dorothea Angel (Lüchow-Dannenberg), Wilfried Rühling (Reiffenhausen).

Quelle: Gückel

Reiffenhausen. Sechs Jahre staatliche Förderung liegen hinter den Projekten. In drei Wochen läuft die Förderzeit aus. Von einst 25 geplanten Bioenergiedörfern in Deutschland sind 21 realisiert worden. Darunter nach dem Pionier-Projekt Jühnde im Landkreis die Anlagen in Reiffenhausen, Barlissen/Atzenhausen, Wollbrandshausen/Krebeck sowie die unter anderem Vorzeichen entstandene Gewerbe-Biogasanlage in Gieboldehausen. In der zweiten Hälfte der Förderzeit wurden die Bioenergie-Regionen jeweils mit einer Zwillingsregion gekoppelt – Göttingen mit Wendland-Elbetal. Dadurch profitierte man untereinander von den Erfahrungen auf dem Pionier-Weg.

 
In Reiffenhausen etwa, so berichtete Wilfried Rühling, wurde 2008 mit 71 Verträgen gestartet. Als der Bau des Nahwärmenetzes begann, wollten schon 83 Haushalte sowie sämtliche öffentlichen Einrichtungen mitmachen. Als die Leitungen fertig waren, waren es 99 Anschlüsse. Heute beziehen 101 Haushalte, das sind 60 Prozent aller Häuser, sowie im Sommer das Schwimmbad Nahwärme über eine 5100 Meter lange Leitung aus dem Biomasse-Kraftwerk und dem angeschlossenen Hackschnitzel-Heizwerk. 50 Prozent Wärme kommen aus der Abwärme des Biomasse-Kraftwerks, 47 Prozent aus Holz, nur drei Prozent müssen an ganz kalten Tagen über einen Ölkessel hinzu gesteuert werden.

 
Schwachstellen-Suche bringt 15 Prozent

 
Dass das so gut klappt, ist auch dem Förderprogramm mit zu verdanken. Es hat etwa Ingenieure bezahlt, die die Schwachstellen der Netze untersuchten und die Steuerung der Anlagen (Biogas-Abwärme, Hackschnitzel- und Öl-Heizwerk, Pufferspeicher) optimierten. Die Wärmeausbeute sei dadurch um 15 Prozent verbessert worden.

 
Wildpflanzen liefern nur halbe Energie

 
Parallel taten die Dörfer dank des Bioenergieregionen-Projekts etwas für die Artenvielfalt. Der Kritik der Vermaisung der Landschaft – Mais bleibt die effizienteste Pflanze für Biogasanlagen – begegneten sie mit Versuchen, Wildpflanzen anzubauen.  Verschiedene Arten wie Malven, Klee, Diesteln, Farn und Flockenblume blühen zu versetzten Zeiten, bieten Insekten viel Nahrung, bringen aber nur halb so viel Energie in die Biogasanlagen. Ziel könnte es sein, so Hartmut Berndt vom Leader-Regionalmanagement, zehn Prozent Wildpflanzen-Masse zu nutzen. Das würde Ökostrom und Wärme aus Biomasse zwar verteuern, Abnehmer seien aber wegen der biologischen Vorteile dazu wohl bereit. Die Förderung müsste den Wildpflanzenanteil auch honorieren, etwa mit einem Prozent mehr Zuschuss.

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