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Bioenergiedorf Jühnde feiert zehnjähriges Bestehen

Auch in Zukunft neue Wege beschreiten Bioenergiedorf Jühnde feiert zehnjähriges Bestehen

Eine zweitägige Tagung ist am Freitag und Sonnabend, 17. und 18. Juli, in Jühnde aus Anlass „zehn Jahre Bioenergiedorf“ geplant. Das Bioenergiedorf Jühnde ist aus Sicht von Eckard Fangmeier, Vorstand und Sprecher der Bioenergiedorf Jühnde eG, eine Erfolgsgeschichte.

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Eckard Fangmeier, ehrenamtlicher Vorstand und Sprecher der Bioenergiedorf Jühnde eG, ist seit Anfang an dabei.

Quelle: Hinzmann

Jühnde. Die Jühnder wollen sich nicht auf den Lorbeeren ausruhen. Schon jetzt werden die Weichen für die Zukunft gestellt. Unter dem Stichwort „Bioenergie 2.0“ wollen die Jühnder wie schon vor zehn Jahren „wieder ganz neue Wege gehen“, kündigt Fangmeier an.

 
Schon bei den ersten Informationsveranstaltungen durch die Wissenschaftler des Interdisziplinären Zentrums für Nachhaltige Entwicklung (IZNE) der Universität Göttingen, die den Anstoß für das Projekt gaben und es seither begleiten, war Fangmeier von der Idee des Bioenergiedorfes überzeugt. Wie Fangmeier waren viele im Dorf schon bald davon sicher, dass Jühnde sich selbst mit Energie versorgen kann. 2004 wurde die Genossenschaft gegründet, im September 2005 nahm die Anlage am Ortsrand ihren Betrieb auf.

 
Heute zählt die Genossenschaft 192 Mitglieder, 145 Haushalte in Jühnde haben Wärmeverträge mit der Genossenschaft abgeschlossen – mit Luft nach oben, wie Fangmeier sagt. Etwa 30 bis 40 Neuanschlüsse an das Jühnder Nahwärmenetz wären noch möglich. „Es gibt immer wieder Anfragen von Leuten, die wegen des Bioenergiedorfes nach Jühnde ziehen wollen“, so der ehrenamtliche Vorstand.

 
Jühnde gilt als Wegbereiter für mehr als 150 weitere Bioenergiedörfer in ganz Deutschland, schreibt das IZNE, das die Tagung zu Erfahrungen und Perspektiven einer nachhaltigen Energieversorgung, organisiert. Fangmeier spricht von etwa 500 Biogasanlagen, die es damals in Deutschland gab, „heute sind es mehr als 8000“. Der Name des 1000-Einwohner-Ortes wurde international bekannt. Mehr als 32 000 Besucher aus aller Welt schauten sich in den vergangenen zehn Jahren die Jühnder Anlage an, so Fangmeier.

 
Die Bioenergiedorf Jühnde eG erzeugt jährlich etwa fünf Millionen Kilowattstunden Strom. „Das sind fast drei Millionen mehr, als wir selbst im Ort verbrauchen“, rechnet Fangmeier vor. Zurzeit werde der Stromüberschuss direkt ins Netz eingespeist. In Zukunft könnte der im Ort produzierte Strom auch im Ort bleiben, sagt der Bioenergiedorfsprecher und nennt das Stichwort E-Mobilität.

 
Überhaupt wollen sich die Jühnder schon jetzt, zehn Jahre vor Auslaufen des Erneuerbare Energien Gesetzes (EEG), „so für die Zukunft aufstellen, dass wir eine positive Ausgangssituation haben“. Mit dem Konzept Bioenergie 2.0 will die Genossenschaft „ganz neue Wege beschreiten“, kündigt Fangmeier an. So werde zurzeit überlegt, wie die Effizienz der Anlage gesteigert werden kann, um Energie möglichst flexibel und bedarfsgerecht Energie zu produzieren. Erste Schritte wurden bereits unternommen, sagt Fangmeier und ist sich sicher, dass mit Bioenergie 2.0 Jühnde wieder Vorbild für andere werde.

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Von Redakteur Britta Eichner-Ramm

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