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Bioenergiedorf Jühnde setzt jetzt auf High-Tech

Investitionen Bioenergiedorf Jühnde setzt jetzt auf High-Tech

Zehn Jahre, nachdem Jühnde als erstes Dorf in Deutschland seine Energieversorgung komplett auf erneuerbare Energien umgestellt hat, wollen die Bioenergie-Pioniere erneut eine Vorreiterrolle übernehmen: Die Jühnder Bürger investieren rund eine Millionen Euro in neue Anlagen und Steuerungstechniken. „Bioenergie 2.0“ heißt das Projekt, das eine effizientere, bedarfsgerechtere und damit auch wirtschaftlichere Energieerzeugung ermöglichen soll.

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Quelle: Hinzmann

Jühnde. „Wir machen damit einen weiteren großen Sprung nach vorne“, freut sich Eckhard Fangmeier, Vorstandsmitglied und Sprecher der Bioenergiedorf Jühnde. Das Bioenergiedorf ist auch wirtschaftlich eine Erfolgsgeschichte. 2013 konnte die Genossenschaft erstmals eine Dividende an seine 192 Mitglieder ausschütten. „Wir schreiben schwarze Zahlen, wollen unsere Ertragslage aber weiter verbessern“, sagt Fangmeier. Da in einigen Jahren die festen Einspeisevergütungen für Strom aus erneuerbaren Energien wegfallen werden, suchen die Jühnder nach Wegen, um finanziell gut über die Runden kommen können.

Um sowohl die Energieausbeute als auch die Ertragslage zu optimieren, wird die Bioenergie-Anlage um zwei Wärmespeicher, zwei zusätzliche Blockheizkraftwerke sowie eine sogenannte ORC-Komponente (Organic Rankine Cycle) erweitert. „Mit diesem Verfahren können wir auch die Abwärme nutzen, die bei der Stromerzeugung anfällt, und daraus weiteren Strom gewinnen“, erläutert Fangmeier. Dank der zusätzlichen Blockheizkraftwerke kann die Anlage so viel Wärme produzieren, dass im Winter keine Holzhackschnitzel mehr „zugefüttert“ werden müssen. Als weitere Komponente soll zudem eine Solaranlage installiert werden.

Auch die Biogasanlage soll effizienter werden. Eine sogenannte Ultraschalldesintegrationsanlage sorgt künftig dafür, dass die Bakterien die organischen Stoffe besser aufschließen und abbauen können. Vor allem aber soll die Anlage flexibler werden. „Wir wollen zum Beispiel zu den Tageszeiten, zu denen der Strom besonders teuer ist, möglichst viel Strom erzeugen“, erklärt Fangmeier. Eine eigens entwickelte Spezial-Software soll die Bioenergieanlage so steuern, dass auch aktuelle Wetterbedingungen berücksichtigt werden. „So können wir auch  auf die starken Schwankungen bei der Stromerzeugung aus Windkraft und Sonnenenergie reagieren“, sagt Fangmeier. „Wir produzieren den Strom genau dann, wenn er auch gebraucht wird.“

von Heidi Niemann

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