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Bioenergiedorfstart mit Rapsöl

Erster Strom aus Barlissen Bioenergiedorfstart mit Rapsöl

Das Bioenergiedorf Barlissen hat den ersten selbst produzierten Strom ins Netz geliefert. Er ist zwar noch nicht mittels Biogas gewonnen, sondern aus Rapsöl, aber der entscheidende Schritt ist damit rechtzeitig vollzogen worden. Die langfristig garantierten Stromeinspeisevergütungen sind gesichert.

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Medieninteresse: Ein NDR-Team dreht zum Start der Energieproduktion in Barlissen einen Beitrag.

Quelle: JV

Das kleine Dorf südlich von Jühnde setzt auf regenerative Energien aus dem direkten Umfeld. Die Bioenergie-Genossenschaft will den Energie- und Wärmebedarf selbst decken, ohne einen Cent für Gas oder Öl. Die Holzhackschnitzelheizung ist noch nicht installiert, aber das Blockheizkraftwerk ist in Betrieb. Die Fermenter der Biogasanlage, 300 Meter vom Ort entfernt, sind mit Energiepflanzen und Gülle gefüllt. Die Biomasse ist mit Bakterien aus Anlagen in Jühnde und Groß Ellershausen „geimpft“, damit die Gasproduktion schnell auf Touren kommt.

Das Blockheizkraftwerk soll künftig aus dem Biogas Strom produzieren und mit der Abwärme Wasser für das 2,1 Kilometer lange Fernwärmenetz beheizen. Die Genossenschaftsmitglieder zahlen 2500 Euro als Einlage und 2500 Euro für den Hausanschluss. Die Wärmekunden müssen 500 Euro Grundgebühr im Jahr und 7,5 Cent brutto je Kilowattstunde zahlen. Rund 2,1 Millionen Euro wurden investiert. Neben Samtgemeinde und Gemeinde Jühnde machen zwei Drittel aller Haushalte mit.

Wärmenetz durch Gärten

Zum Start der Energieproduktion kam auch ein NDR-Fernsehteam ins neue Bioenergiedorf. Im Februar werde alles fertig sein, glaubt Genossenschaftssprecher Heiko Lohrengel. Bislang habe alles geklappt. Ob die Anlage allerdings demnächst auch den benötigten Telefonanschluss bekommt, ist noch nicht sicher. Lohrengel bemühte sich darum bereits seit Ende September. Das Nahwärmenetz ist größtenteils verlegt. Nicht nur Straße, sondern auch Gärten wurden genutzt.
Vier Landwirte aus dem Ort und zwei aus Nachbardörfern liefern langfristig Mais, Getreide, Mist, Gras und Gülle zum Füttern der Biogasanlage. 90 Hektar, rund zehn Prozent der landwirtschaftlichen Fläche der Gemarkung, reichen dafür aus. Mit zehn bis zwölf Tonnen Biomasse am Tag muss der Fermenter beschickt werden.

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