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Bischhausen verabschiedet Briefträger „Schorsch“ Weger in den Ruhestand

Immer Zeit für ein Gespräch Bischhausen verabschiedet Briefträger „Schorsch“ Weger in den Ruhestand

Großer Aufmarsch im Dorf: Rund 40 Bewohner sind am Sonnabend zusammengekommen, um ihren Briefträger Georg „Schorsch“ Weger in den Ruhestand zu verabschieden. Sie spannten ein großes Banner mit der Aufschrift „Danke, Georg“ über den Drosselweg, so dass der 59-Jährige – der am 19. Dezember 60 wird und zum 1. Januar in den Vorruhestand geht – nicht vorbei konnte.

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Bewegender Moment: Briefträger Georg Weger wird von seinen Kunden in den Ruhestand verabschiedet.

Quelle: Heller

Bischhausen. Als er anhielt und aus seinem knallgelben VW Caddy stieg, empfingen ihn die Dörfler mit großem Jubel. „Schorsch“ war vollkommen gerührt: „Ich kann das alles gar nicht richtig verkraften“, verkündete er mit stockender Stimme, den Freudentränen nahe.

„Georg hatte immer Zeit für ein Gespräch und hat sich stets erkundigt, wie es einem selbst und wie es der Familie geht“, erzählt Anne Diedrich. „Er wusste die Geburtstage“, lobt Marion Rauch. „Und wenn man keine Briefmarke zur Hand hatte, brauchte man ihm nur die passende Summe geben, damit er den Brief mitnahm und das Porto draufklebte“, berichtet Heidegret Bürmann.

Er habe in den vergangenen fast 44 Jahren viel Schönes und Trauriges erlebt, sagt Weger. Wichtig sei es ihm gewesen, ein Vertrauensverhältnis zu den Menschen aufzubauen, dafür habe er sich immer Zeit genommen: „Wenn zum Beispiel jemand gestorben war, habe ich mich mit den Hinterbliebenen hingesetzt, um ihnen zuzuhören und Trost zu spenden.“

Sonnabendnachmittag, Punkt 15.03 Uhr, stellte Weger seinen letzten Brief zu. Ab heute hat er Urlaub, ab 1. Januar ist er Pensionär. Befürchtungen, dass er sich langweilen wird, hat der verheiratete Vater eines Sohnes nicht, im Gegenteil: „Ich werde Radfahren, angeln und die Mittelmeerländer bereisen – ich habe genug zu tun.“

Von Hauke Rudolph

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