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„Gott sei dank relativ ruhig“

Keine Übergriffe auf jüdische Gemeinden „Gott sei dank relativ ruhig“

Während jüdische Gemeinden in Niedersachsen immer häufiger Opfer von Vandalismus und Straftaten werden, ist die Situation in Göttingen vergleichsweise entspannt. Zuletzt hatten niedersächsische jüdische Gemeinden von einer „besorgniserregenden“ Zahl an Übergriffen auf jüdische Friedhöfe berichtet.

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Synagoge (links) und Gemeindezentrum der jüdischen Gemeinde in Göttingen

Quelle: CH/Archiv

In Oldenburg, Bleckede, Hannover und anderen Teilen Niedersachsens wurden vor einiger Zeit ganze Grabanlagen zerstört und mit Hakenkreuzen und Ähnlichem verunstaltet. "Die Zahl der Grabschändungen nimmt in letzter Zeit in besorgniserregender Weise zu,“ sagte deshalb Michael Fürst, Vorsitzender des Landesverbandes der Jüdischen Gemeinden in Niedersachsen.

In Südniedersachsen sei es hingegen zu keinen vergleichbaren Aktionen gekommen, sagte ein Sprecher der Polizeidirektion Göttingen. Es sei zuletzt „Gott sei dank relativ ruhig“ gewesen, bestätigte Susanne Levi-Schlesier, Geschäftsführerin der jüdischen Gemeinde. Und auch Eva Tichauer-Moritz, Vorsitzende der jüdischen Kultusgemeinde Göttingen, kann sich zwar daran erinnern, dass sich jemand im vergangenen Winter am Schloss des jüdischen Friedhofs zu schaffen gemacht hätte – eine Überprüfung der Gräber habe aber gezeigt, dass diese unbeschädigt gewesen seien.

  Zwar berichtet auch Levi-Schlesier von Schmierereien, diese hätten aber „keinen verdächtigen Hintergrund“ gehabt. Vor neonazistischen Aktivitäten habe sie wenig Angst, in Göttingen gebe es „genug Background, dass die hier nicht Fuß fassen“. Trotzdem finde sie es „erschreckend, dass das Judentum in Deutschland wieder Gefährdungen ausgesetzt ist“. Zuletzt habe der islamistische Anschlag auf einen jüdischen Supermarkt im Zuge des Pariser Charlie-Hebdo-Massakers im Januar vergangenen Jahres unter hiesigen Mitgliedern der Gemeinde für „wahnsinnige Angst“ gesorgt. hö

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