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„Blasmusik, das war sein Leben – meines auch“

Ilse und Heinrich Möhlheinrich „Blasmusik, das war sein Leben – meines auch“

Musik hat sie verbunden – von Anfang an. Es war im Sommer 1950, man feierte Kirmes in Klein Schneen. Es spielte eine Kapelle aus Witzenhausen. Mit dabei ein fescher Musiker. In den hat sich die junge Ilse verguckt. „Und was soll ich Ihnen sagen? Ich bin die Nacht gleich hier geblieben“, verrät der inzwischen gereifte Blasmusiker Heinrich Möhlheinrich 61 Jahre später.

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Feiern am Donnerstag, 17. März, diamantene Hochzeit: Ilse und Heinrich Möhlheinrich.

Quelle: Vetter

Damals kam es, wie es kommen musste: Heute vor 60 Jahren haben Ilse und Heinrich geheiratet. Er ist inzwischen 86, sie 83. Musik verbindet sie noch immer. „Blasmusik war sein Leben“, sagt die Ehefrau und ergänzt, „meines auch“.

Tatsächlich ist der aus Wendershausen stammende Hornist und Trompeter als Blasmusiker im Landkreis weithin bekannt. Vier Jahre hatte er als Jugendlicher in Bad Sachsa die Musikschule besucht, war als 18-Jähriger mit dem Horn in den Krieg gezogen. Statt an die Front ging es in Konzerte des Winterhilfswerks – erst bei der Luftwaffe, später beim Heer. Die Kriegsgefangenschaft blieb ihm auch als Militärmusiker nicht erspart. In Frankreich, in der Atlantikfestung La Rochelle, musste er bis 1947 bleiben. Dann schloss er sich einer Kapelle in Witzenhausen an. Die spielte 1950 in Klein Schneen.

Die Hochzeit war bescheiden – in Trauer. Der Vater der Braut war vier Monate vorher verunglückt. Tochter und Sohn wurden geboren, zwei Enkel sind heute schon 17 und 33. Mit der Familie wird heute in Hebenshausen gefeiert. Vielleicht mit Blasmusik – „Da lassen wir uns überraschen.“ Denn Möhlheinrich war nicht nur 1960 nach Gründung der Bundeswehr dem Heeresmusikcorps Kassel beigetreten, sondern hatte später auch verschiedene Blaskapellen geleitet: die Oberleinetaler 18 Jahre lang, die Landolfshäuser Blasmusikanten zehn Jahre, das Reinhäuser Blasorchester nur kurz. Tageblatt-Leser kennen den Trompeter von den Konzerten für die Spendenaktion „Keiner soll einsam sein“, speziell, wenn er zum Ausschenken der Erbsensuppe spielte. Musik macht er immer noch, „es klingt nur anders – wegen der dritten Zähne. Aber ich übe, das kriege ich hin.“

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