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Bleibt die Klingebiel-Zelle doch in der Göttinger Psychiatrie?

OB Köhler fordert Ministerpräsident zum Einlenken auf Bleibt die Klingebiel-Zelle doch in der Göttinger Psychiatrie?

Geht es nach dem Kulturausschuss des Stadtrates, ist klar: die Klingebiel-Zelle muss in Göttingen bleiben. Die Wandmalereien des psychisch kranken Julius Klingebiel (1904-1965) in seiner ehemaligen Psychiatriezelle im Gebäude des alten Festen Hauses seien ein einzigartiges Zeugnis der sogenannten „outsider art“. Ganz so einfach ist die Sachlage allerdings nicht.

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Illustrationen in der Klingebiel-Zelle.

Quelle: Hinzmann

Göttingen. Eigentümer ist das Land Niedersachsen – und das sähe die Klingebiel-Zelle am liebsten im Sprengel-Museum in der Landeshauptstadt Hannover.

Um das zu verhindern, hat sich Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler (SPD) nun per Brief an den niedersächsischen Ministerpräsidenten Stephan Weil (SPD) gewandt. In dem Brief verweist Köhler auf die geschichtliche Bedeutung der Klingebiel-Zelle und fordert die Landesliegenschaftsverwaltung dazu auf, vor einer Entscheidung in Kontakt mit der Stadt zu treten. Rückendeckung dafür bekommt Köhler von Ernst Böhme, dem Leiter des Städtischen Museums. „Würde die Klingebiel-Zelle nach Hannover überführt werden, würde sie zum Kunstobjekt werden“, so Böhme.

„Dabei ist sie auch ein Zeugnis Göttinger Psychiatriegeschichte, das im historischen Kontext betrachtet werden muss.“ Gerade auch in Hinblick auf die Rolle, die der ehemalige Leiter der Universitätsnervenklinik Gottfried Ewald spielte, der Klingebiel vor der Euthanasie bewahrte und ihm das Malen ermöglichte, dürfe die Zelle nicht aus dem Göttinger Zusammenhang entfernt werden. Für den Fall, dass eine Nachnutzung des Festen Hauses nicht gefunden wird, könnte die Zelle zum Beispiel im Städtischen Museum der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden, so Böhme. Bevor die Klingebiel-Zelle nach Hannover kommt, so waren sich auch die Mitglieder des Kulturausschusses einig, solle sie lieber in Göttingen ausgestellt werden.

Bleibt die Frage, ob das Land Niedersachsen mitspielt und die Stadt in die Entscheidung einbezieht. Der Vorsitzende des Kulturausschusses, Wilhelm Gerhardy (CDU), formulierte es so: „Eine vernünftige Landesregierung sollte natürlich erst mit der Stadt sprechen.“

Von Benni Köster

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