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Blick auf konventionelle Landwirtschaft

Göttingen Blick auf konventionelle Landwirtschaft

Qualität von Lebensmitteln, Tierhaltung, Düngung - über viele Themen im Bereich Landwirtschaft wird intensiv diskutiert. Fast 200 Besucher kamen zu einer Veranstaltung des Göttinger CDU-Bundestagsabgeordneten Fritz Güntzler zum Thema „Landwirtschaft neu denken?!“.

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Fordert guten Schulunterricht zum Thema Landwirtschaft: Christina Schulze Föcking bei ihrem einleitenden Vortrag.

Quelle: Christina Hinzmann

Göttingen. Landwirtschaft sei keine Branche wie jede andere, erklärte Güntzler zu Beginn der Veranstaltung, bei der er auf dem Podium und mit den Zuhörern über das Thema diskutieren wollte. In Deutschland befinde sich die Landwirtschaft derzeit in einer schwierigen Lage, erklärte Christina Schulze Föcking in ihrem einleitenden Vortrag. Die Vorsitzende des Bundesfachausschusses für Landwirtschaft der CDU, die selbst auch als Landwirtin im Münsterland tätig ist, verwies auf den Preisverfall bei der Milch. Zudem seien Landwirte einem hohen öffentlichen und - in rot-grün geführten Ländern - politischen Druck ausgesetzt. Dabei werde häufig der Begriff Massentierhaltung ohne Definition in den Raum geworfen. Wenn im Bereich der konventionellen Landwirtschaft etwas schief laufe, gebe es meist einen öffentlichen Aufschrei, bei Problemen in Bio-Betrieben bleibe es dagegen weitgehend ruhig. Beide Arten der Bewirtschaftung seien jedoch notwendig.

Wichtig sei es derzeit, besser dafür zu sorgen, dass landwirtschaftliche Flächen bevorzugt auch in der Hand bäuerlicher Betriebe der Region bleiben, erklärte die Politikerin, die in Nordrhein-Westfalen im Landtag sitzt. Außerdem sei es notwendig, dass es in den Schulen guten Unterricht zum Thema Landwirtschaft gebe. In Deutschland sei die Wertschätzung gegenüber Lebensmitteln gesunken - jährlich würden mehrere Millionen Tonnen weggeworfen. Für einen besseren - und neutralen - Schulunterricht zum Thema Landwirtschaft sprach sich auch Andrea Meyer-Biermann, Vorsitzende des Arbeitskreises Junglandwirte Göttingen, aus.

In Südniedersachsen gebe es keine Massentierhaltung, erklärte Hubert Kellner, Vorsitzender vom Landvolk Göttingen Kreisbauernverband. Er sorgte sich um die Folgen für die Region, wenn 2017 die Zuckerrüben-Quote fällt und forderte Verlässlichkeit bei den politischen Rahmenbedingungen.

Die deutsche Landwirtschaft sei unter günstigen naturräumlichen Bedingungen ausgesprochen leistungsfähig und im europäischen Vergleich auch wettbewerbsfähig, sagte der Professor für Agrar-Ökonomie und designierte CDU-Landratskandidat Ludwig Theuvsen. Wenn die Politik höhere Auflagen bei der landwirtschaftlichen Produktion mache, müsse es dafür auch eine Kompensation geben, wenn man Importe vermeiden wolle. Immer wieder wurde auf dem Podium betont, die Öffentlichkeit müsse gerade auch über die Produktionsbedingungen in der konventionellen Landwirtschaft gut informiert werden. „Die Leute lechzen nach diesen Informationen“, meinte Schulze Föcking.

Mehr Verständnis für die konventionelle Landwirtschaft wurde von mehreren Besuchern gefordert. Doch es klangen auch selbstkritische Töne an. Es müsse herausgestellt werden, dass es in Deutschland eine gute Nahrungsmittelproduktion gebe, aber es müsse auch über Probleme gesprochen werden, um diese gemeinsam zu lösen, so Schulze Föcking.

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