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Blindgänger-Suche in der Göttinger Godehardstraße beginnt

Gelände abgesperrt Blindgänger-Suche in der Göttinger Godehardstraße beginnt

Die Überprüfung des Baugrunds für das neue Basketball-Zentrum auf etwaige Bomben-Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg hat begonnen. Das Gelände an der Godehardstraße, wo früher die im August 2013 abgerissene Godehardhalle stand, ist seit Kurzem abgesperrt.

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Bombensuche an der Godehardstraße ist bisher ohne Befund verlaufen.

Quelle: Pförtner

Göttingen. Wegen der Sommerferien ruhten die Sondierungen derzeit aber, teilt Alexander Hirt, Vize-Geschäftsführer der Göttinger Sport und Freizeit GmbH (GöSF) als Bauherr der künftigen Basketball-Halle, am Donnerstag mit. Den Grund dafür erläutert Stadt-Sprecher Detlef Johannson. In der vergangenen Woche habe sich der Kampfmittelräumdienst das Gelände angesehen und festgestellt, dass vor einer Untersuchung des Baugeländes auf etwaige Blindgänger zunächst die sehr solide Betondecke der früheren Godehardhalle abgetragen werden muss. Bisherige Sondierungen seien „ohne Befund“ geblieben.

 
Presseberichte, nach denen dort ein verdächtiger Gegenstand gefunden sein soll, der auf einen Blindgänger hindeuten könne, dementierten sowohl die Stadt Göttingen als auch die GöSF. Solche Hinweise gebe es nicht.

 
Die Prüfung des Untergrundes von Bauvorhaben auf Blindgänger in diesem Teil des Stadtgebiets ist zwingend vorgeschrieben, weil in den letzten Monaten des Zweiten Weltkriegs dieser Bereich der Stadt immer wieder bombardiert wurde. Angriffsziele waren der Bahnhof, der Güterbahnhof, die Gleise und andere Bahneinrichtungen. Im Juni 2010 explodierte bei einer Entschärfung an der Stelle der heutigen Sparkassen-Arena eine US-amerikanische 500-Kilo-Fliegerbombe. Dabei kamen drei Menschen ums Leben. In den 1950er Jahren und danach wurden im Bereich Schützenplatz und Umgebung immer wieder Blindgänger gefunden.

 

Foto: Pförtner

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Fünf bis 15 Prozent nicht explodiert
In den letzten Kriegsmonaten des Jahres 1945 wurden die Bahnanlagen Göttingens immer wieder bombardiert. Viele Bomben aber trafen nicht Gleise oder andere Bahneinrichtungen, sondern die nähere Umgebung. Besonders betroffen war dabei das Areal des heutigen Schützenplatzes und der Bereich westlich davon. Vor allem bei dem letzten Luftangriff des Krieges am 7. April 1945 – einen Tag vor dem Einmarsch der US-amerikanischen Truppen und der Kapitulation Göttingens. Dabei wurden erneut die Bahnanlagen schwer getroffen, die alte Anatomie südlich des Bahnhofs lag in Trümmern und das Bahnhofsgebäude selbst brannte aus. Hier sollen die Flugzeuge von Südosten angeflogen sein. Das erklärt auch die vielen Treffer auf dem Schützenplatz – in Flugrichtung hinter den Bahnanlagen. Zwischen fünf und 15 Prozent der im Zweiten Weltkrieg abgeworfenen Bomben sollen nicht explodiert sein, schätzen Experten.     hein
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