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Blogger lobt Integration in Göttingen

Musik als Eisbrecher Blogger lobt Integration in Göttingen

Im Dezember hat Abdul Abbasi im Bundeskanzleramt die Integrationsmedaille des Bundes erhalten. Der 22-jährige Göttinger, der vor dem Bürgerkrieg in Syrien floh, setzt sich weiter für ein gutes Miteinander von Flüchtlingen und Deutschen ein. Unter anderem tritt er im Februar im Stadttheater Flensburg auf.

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Eisbrecher in Sachen Integration: Abdul Abbasi.

Quelle: Richter

Göttingen. Er spricht dort mit seinem Mitstreiter Allaa Faham, mit dem er den Videoblog „German LifeStyle“ betreibt. Gemeinsam werfen die beiden in dem Blog einen humorvollen Blick auf die syrische und die deutsche Kultur. In Flensburg werde es eine Mischung aus Videos, Infos und Stand-up-Comedy geben, kündigt Abbasi an. Über ihre Facebook-Kanäle geben die beiden anderen Flüchtlingen zudem Informationen zum Einleben in Deutschland, etwa zu Studienmöglichkeiten oder zur Wohnungssuche. Demnächst wollen sie versuchen, sich über eine Spendenaktion im Internet Geld für eine bessere technische Ausrüstung zu beschaffen. Die beiden sind aber nicht nur virtuell unterwegs, sondern halten auch Vorträge vor Schülern und Studenten. Egal ob im Internet oder im direkten Kontakt, es gehe darum, das Eis zwischen den Menschen zu brechen, meint Abbasi.

Parallel zu seinem Zahnmedizin-Studium der 22-Jährige außerdem einige Stunden in der Woche im Migrationszentrum Göttingen tätig. Er wirkt für die diakonische Einrichtung als Dolmetscher. Als er vor drei Jahren nach Deutschland gekommen sei, habe er täglich acht Stunden Deutsch gelernt, erzählt Abbasi.

Als wichtigen Brückenbauer zwischen syrischen Flüchtlinge und Deutschen beschreibt Dana Gaef vom Migrationszentrum den jungen Mann. Viele Flüchtlinge seien dankbar für Abbasis Wirken.

Für ihn selbst ist wichtig, dass vor einem Jahr auch seine Eltern nach Deutschland kommen konnten. Danach sei der 22-Jährige noch einmal „ein ganz anderer Typ geworden“, meint Gaef. Vorher habe Abbasi eine sehr unruhige Phase gehabt und zeitweise Trauer im Gesicht getragen. Der Rest der Familie ist laut Abbasi jedoch noch immer zerstreut: Seine drei Geschwister leben in Ecuador, im Oman und in den Vereinigten Arabischen Emiraten.

In Göttingen fühlt sich Abbasi sehr gut angenommen. Die Menschen in der Stadt seien offen und hilfsbereit – das sei nicht überall in Deutschland so: „Andere Städte sollten lernen, wie das in Göttingen läuft.“

Derzeit sind Abbasi und Faham in der Kategorie Kultur für den Gesellschaftspreis des Deutsch-türkischen Netzwerks nominiert. Bis zum 31. Januar kann man auf der Internetseite https://dtn-network.de für das Projekt abstimmen. Beim Neujahrsempfang des Stadt- und Kreisverbandes der Grünen am Dienstag, 24. Januar, ab 19 Uhr im Francis Drake, Hospitalstraße 6, spricht Abdul Abbasi zur aktuellen Flüchtlingspolitik.

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