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Blutmond über Göttingen und der Region

Mondfinsternis Blutmond über Göttingen und der Region

Mondfinsternis heißt, dass der Mond nicht zu sehen ist. In der Nacht zu Montag war das anders: Blassrot stand um vier Uhr morgens der Mond am Südwesthimmel, obwohl er sich im Kernschatten der Erde befand.

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Blutmond über Göttingen

Quelle: Schäfer

Göttingen.. Wieso denn rot? Dafür müssen zwei Gegebenheiten zusammentreffen. Das eine ist die Finsternis, die ja so selten gar nicht ist. Sie dauerte am Montagmorgen von 4.11 bis 5.24 Uhr. Die zweite Bedingung: Der Mond muss gleichzeitig im Perigäum stehen, zu Deutsch im erdnächsten Punkt seiner elliptischen Bahn um die Erde. Dann beträgt seine Entfernung zu uns nämlich „nur“ 356 000 Kilometer statt sonst im Mittel 384 000 Kilometer. Im Perigäum erscheint er auch 14 Prozent größer als sonst am nächtlichen Himmel. „Supermond“ heißt dieses Phänomen.

Wenn Perigäum und (totale) Mondfinsternis zusammentreffen, taucht der Mond zwar, wie es sich für eine Finsternis gehört, in den Kernschatten der Erde ein. Doch bleibt er sichtbar – schwach beleuchtet vom Widerschein des langwelligen roten Sonnenlichts, das sich an der Erdatmosphäre streut und den Schattenbereich des Mondes erhellt. Das seltene Phänomen, das zuletzt 1982 zu sehen war, heißt auch Blutmond oder Kupfermond und wurde von den Menschen früherer Jahrhunderte als Vorbote von Katastrophen gedeutet. Auch Filmtitel-Erfinder bedienen sich dieses Wortes: Der 1986 gedrehte amerikanische Spielfilm „Manhunter“, in dem ein Serienkiller jeden Vollmond zuschlägt, wurde für die deutschen Kinos „Blutmond“ getauft.

Wer sich in dieser Nacht nicht den Wecker gestellt hatte, um das Phänomen zu erleben, muss 18 Jahre warten. Erst 2033 kommt der nächste Blutmond. Ob der Himmel dann so klar sein wird wie am frühen Montagmorgen, ist allerdings nicht sicher. Die nächste „normale“ Mondfinsternis steht uns in drei Jahren bevor, am 27. Juli 2018. Eine Sommernacht also – wärmer als am 28. September 2015, als sich zum Blutmond die Gänsehaut des frierenden Fotografen gesellte.

Von Michael Schäfer

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